Kinder in die Kirche!

Oh, nein, das stört doch nur, werden manche jetzt vielleicht denken. Und es ist auch was Wahres dran: Der „normale“ Sonntagsgottesdienst ist in den meisten Fällen nicht geeignet für Kinder, egal welchen Alters. Wie gut, dass es viele andere Angebote in unseren Gemeinden für Kinder gibt. Neben Eltern-Kind-Gruppen, Kinderspielgruppen, Bastelnachmittagen oder Kinderchören gibt es in den meisten Gemeinden auch Kindergottesdienste. Sie heißen manchmal auch Kinderbibeltage oder Kinderkirche.
Hier wird Gottesdienst kindgerecht gefeiert: Eine biblische Geschichte wird erzählt, mit Bildern oder einem Theaterstück dargestellt und mit einfachen Worten erklärt. Aber auch Bewegung und Basteln kommen in den meisten Kindergottesdiensten nicht zu kurz. Das Thema des Gottesdienstes wird immer in mehreren Dimensionen dargestellt, die unterschiedliche Sinne ansprechen.
In der ersten Woche der Herbstferien finden in der Matthias-Claudius-Gemeinde an drei Tagen Kinderbibeltage zum Thema „Taufe“ statt. Die Taufe bedeutet die Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen. In unseren Kirchen werden in den meisten Fällen Kleinkinder getauft. Eltern und Paten agieren dabei stellvertretend für den Täufling. Aber warum schon jemanden taufen, der noch nicht selber entscheiden kann? Verschiedene Wünsche werden damit verbunden: Ich möchte, dass mein Kind von Anfang an unter dem Segen Gottes aufwächst. Ich möchte, dass mein Kind in der Kirche ein Zuhause finden kann. Das sind gute Gründe dafür, dass wir bei uns Kinder taufen lassen. Und es ist auf jeden Fall ein Auftrag an die Kirchen: Kümmert euch um die Kinder. Nehmt sie auf. Begleitet sie bei ihren Erfahrungen und im Glauben.
Dieser Auftrag ist nicht neu. Eigentlich kommt er direkt von Jesus selbst: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen und hindert sie nicht daran; denn für Menschen wie sie steht Gottes neue Welt offen. Ich versichere euch: Wer sich Gottes neue Welt nicht schenken lässt wie ein Kind, wird niemals hineinkommen.“ Gerade Kinder sind es also, die Jesus besonders am Herzen liegen. Durch ihren kindlichen Glauben eröffnet sich ihnen ein Geschenk, dass wir später nur durch Denken und Arbeiten nicht mehr erreichen können. Also nehmen wir Jesus beim Wort: „Lasst die Kinder doch zu mir kommen“ und schickt sie in die Kirche!

Beate Granobs, Diakonin