Kinder in die Krippe?

CDU-Vorsitzender Gerriet Kohls spricht sich gegen Vollzeitbetreuung aus

Langenhagen (ok). Kinder in die Krippe – für Gerriet Kohls, Vorsitzender der Kaltenweider CDU, nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss. Der Christdemokrat aus dem Norden Langenhagens beruft sich dabei auf Studien, die im vergangenen Jahr während des Kinderärztekongresses in Bielefeld vorgestellt wurden. Diese Studien weisen auf den Befund hin, dass Krippenbetreuung sich negativ auf die sozioemotionale Kompetenz der Kinder auswirkt. Je mehr Zeit Kinder in einer Einrichtung verbrachten, desto stärker zeigten sie später "dissoziales Verhalten". Unter den ganztags betreuten Kindern habe ein Viertel im Alter von vier Jahren ein Problemverhalten gezeigt, das dem klinischen Risikobereich zugeordnet werden müsse. Später seien bei den inzwischen 15 Jahre alten Jugendlichen signifikante Auffälligkeiten festgestellt worden. Diese Verhaltensauffälligkeiten seien weitgehend unabhängig von der Qualität der (vorangegangenen) Betreuung.
Gerriet Kohls: "Wir geben viel Geld dafür aus, um Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Offenbar sind wir aber immer häufiger auf dem falschen Weg zu diesem Ziel." Eine scheinbar um sich greifende "Verwahrungsmentalität" und der Zwang für viele Mütter, ein Zweiteinkommen verdienen zu müssen, führe dazu, dass bereits Kleinkinder in Einrichtungen fremdbetreut und dadurch stressbedingt krank gemacht würden. Prioritäten müssen nach Ansicht Kohls geändert werden, Kinder bis zu drei Jahren gehörten in die Familie. Die Bedeutung einer verlässlichen Mutter-Kind-Beziehung dürfe nicht verkannt werden. Mehr noch: Wer Krippenbetreuung für Kinder unter drei Jahren empfehle oder gar idealisiere, verfehle seine Verantwortung als Entscheidungsträger. Deshalb beantragt der Christdemokrat, zur kommenden Vorstandssitzung des CDU-Stadtverbandes einen Tagesordnungspunkt zum Thema "Irrweg der außerfamiliären Kindervollzeitbetreuung" aufzunehmen.