„Kinder sind für mich wie Medizin“

Zwischen „ihren“ Kindern fühlt sich Ulrike Didion am wohlsten.Foto: O. Krebs

Engelbostel: Kita-Leiterin verabschiedet sich nach 27 Jahren

Engelbostel (ok). Ein Lachen geht über ihr Gesicht, wenn sie die Kinder in "ihrem" Kindergarten sieht. Ohne Frage: Ulrike Didion, seit 41 Jahren im Beruf und seit 27 Jahren Leiterin der Kindertagesstätte der evangelischen-lutherischen Martinskirchengemeinde, liebt ihren Beruf noch wie am ersten Tag, sieht ihn nicht als Job, sondern eher als Berufung. „Es ist eine Herausforderung, an der man täglich wächst“, sagt die Pädagogin. Kindern forderten einen, seien für sie aber wie Medizin, die sie brauche. Über die Stationen Saarland, Köln und wieder Saarland ist die Mutter zweier erwachsener Kinder in die Region Hannover gekommen, bereut es bis heute nicht, hiergeblieben zu sein. Und auch nach dem 8. Juli wird sie Niedersachsen nicht verlassen, obwohl das Saarland immer ihre Heimat gewesen sei. Dann wird die 59-Jährige allerdings mehr Zeit haben, lange geplante Reisen nach Nepal und in die Mongolei in Angriff nehmen können. Ulrike Didion feiert am Sonnabend, 2. Juli, ab 14 Uhr Abschied vom Engelbosteler Kindergarten, geht mit den Sommerferien in die passive Phase der Altersteilzeit. Die gläubige Christin ist für jeden Tag ihres Berufslebens dankbar, froh, dass „ihr Weg immer unter Gottes Segen steht“. Nicht zuletzt deshalb hat sie immer in kirchlichen Einrichtungen gearbeitet. Man müsse jeden Tag so annehmen, wie er kommt. Und es waren viele Tage, die die Kita-Leiterin miterlebt hat, viele Mädchen und Jungen hat sie kommen und gehen sehen, viele Veränderungen beim „Leben mit den Kindern“ registriert. Ulrike Didion: „Kinder müssen heute viel mehr als früher leisten; man gestattet ihnen nicht mehr Kind zu sein mit dem Eigenantrieb, die Welt zu entdecken und zu erforschen. Dabei seien die Kinder selbst der Motor der Entwicklung, der von allein laufe; die Erzieherinnen müssten halt ab und zu nur etwas Benzin dazukippen. Im kommenden Kindergartenjahr ist Ulrike Didion nun nicht mehr für den Treibstoff zuständig; der Kindergarten der Martinskirchengemeinde muss und wird auch ohne sie laufen. Nur: Vermissen wird sie die vielen Mädchen und Jungen mit den sonnigen Gemütern sicher schon und in Gedanken immer in ihrem Herzen tragen.