Klare Worte des Stadtbrandmeisters

Ehrungen im Rahmen der Jahreshauptversammlung (von links): Horst Holderith (Feuerwehr Abschnittsleiter), Arne Boy (Stadtbrandmeister) und Siegrid Zinowski (Oberfeuerwehrfrau) mit Auszeichnung für 25 Jahre Mitgliedschaft. (Foto: D. Lange)

Großer Ärger in der Ortsfeuerwehr Schulenburg

Schulenburg (dl). Feuerwehrleute sind in der Regel nicht auf den Mund gefallen und pflegen eine klare Aussprache. Langenhagens Stadtbrandmeister Arne Boy macht da keine Ausnahme. Seine Reden können sehr unterhaltsam sein. „Für die 27 Millionen plus X Euro, die in naher Zukunft für das neue Bad ausgegeben werden, könnten wir ungefähr 21 neue Gerätehäuser bauen“, sagte er im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schulenburg und erntete damit erwartungsgemäß großen Beifall bei den Feuerwehrleuten. Auch wenn der Vergleich auf beiden Beinen hinkt und dem Schwimmbadneubau ein demokratisch legitimierter Prozess in Form einer Bürgerbefragung vorausgegangen ist, so haben beide doch eines gemeinsam: Es dauert lange, bis sie endlich realisiert werden. Zu lange. Angesichts der grundsätzlichen Bedeutung der Feuerwehr, einer freiwilligen noch dazu, erscheint ein solcher Vergleich aber zumindest nachvollziehbar, geht es darin doch auch um das notwendige Maß an Wertschätzung für die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr. Aus Platzgründen benötigen die Feuerwehren in Schulenburg, Godshorn, Kaltenweide und Krähenwinkel dringend neue Gerätehäuser, zum Teil verbunden mit einem Standortwechsel. Im Gegensatz zu Kaltenweide und Krähenwinkel sollen die Feuerwehren Schulenburg und Engelbostel zusammengefasst werden. So ist es geplant. Um die dafür benötigten Grundstücke am Stadtweg in Engelbostel wird allerdings schon seit längerem heftig gerungen. Nach wie vor läuft ein von der Stadtverwaltung betriebenes Enteignungsverfahren. „Zum Leidwesen der Feuerwehr hat der Rat in seinem Beschluss vom Juni 2013 die Notwendigkeit der Baumaßnahmen als nicht so dringlich angesehen“, sagte Boy. Ein neues Gerätehaus Schulenburg-Engelbostel werde weiter geplant und im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel zügig umgesetzt, heißt es in der Drucksache.
Die Situation erscheint ziemlich verfahren, eine Lösung ist nicht in Sicht und die Feuerwehren in Schulenburg und Engelbostel müssen weiter auf ihren so dringend benötigten Neubau warten. Die Dienstausübung ist durch die extrem beengte Situation in den alten Gerätehäusern stark erschwert, so die Alltagssituation. „Fest steht wohl nur, dass es auch im Jahr 2015 keinen Neubau geben wird. Im Hinblick auf die Raumsituation in der Wache Schulenburg ist es nicht mehr nur Fünf vor Zwölf, sondern bereits nach Zwölf“, sagte Schulenburgs Ortsbrandmeister Jens Koch. Dabei wurde die Notwendigkeit von Neubauten und Erweiterungen im aktuellen Feuerwehrbedarfsplan bereits grundsätzlich festgehalten. Ebenso das Standortkonzept von sechs Ortsfeuerwehren an fünf Standorten, das vom Rat auch so beschlossen wurde und nicht zuletzt fordert das Niedersächsische Brandschutzgesetz für eine Kommune von der Größe Langenhagens eine leistungsfähige Feuerwehr. Vor diesem Hintergrund sind der Rat und die Verwaltung gefordert, eine rasche und einvernehmliche Lösung zu finden.