Kleine Oasen für den Naturschutz

Der fünfjährige Jonas zeigt eine selbsthergestellte Samenbombe.
 
Die beiden vierjährigen Lion und Frieda helfen fleißig beim umgraben des Hochbeets.

Kindertagesstätte Engelbostel nimmt am Modellprojekt „NaturKids“ teil

Engelbostel (lo). Auf dem Außengelände der Kindertagesstätte Engelbostel war vergangenen Freitag viel los. Es wurden unter anderem Beete entkrautet und umgegraben, bienenfreundliche Blumen gepflanzt und ein Hochbeet erneuert. Der Grund dafür: Die Kita nimmt an dem Modellprojekt „NaturKids – Natur und Insekten für Kindergartenkinder“ des Umweltzentrums Hannover teil. „Es geht darum, den Kindern die Natur wieder näher zu bringen, die Angst vor Insekten zu nehmen und auch die Eltern mit einzubeziehen.“, erläutert Noreen Hiery vom Umweltzentrum.
So haben an diesem Nachmittag nicht nur die 46 Kindergartenkinder und deren Erzieher bei der Gartenarbeit geholfen, sondern auch rund 20 Eltern. Und sie haben sich auch gleich mit Ideen mit eingebracht. In Eigenregie entkrauteten sie zum Beispiel ein Beet und bepflanzten es mit bienenfreundlichen Pflanzen. „Die Eltern sind total motiviert“, freut sich Kitaleiterin Frauke Kiel. Und auch Hiery ist von dem Engagement begeistert.
Doch auch die Kitakinder haben fleißig geholfen. Gemeinsam mit Malte Schütt, Praktikant beim Umweltzentrum, haben sie aus heimischen Saatgut, Erde und Ton sogenannte Samenbomben hergestellt. „Die können die Kinder mit nach Hause nehmen. Aber wir machen wahrscheinlich auch noch einmal welche für das Außengelände“, sagt Hiery. Zudem haben sie Beete angelegt und das Hochbeet vorbereitet.
Doch besonders der Bau eines Weidentunnels kam bei den Kitakindern gut an und sorgte für Begeisterung. „Den Tunnel finde ich besonders gut. Er ist einfach schön anzuschauen und ich finde es gut, dass man sich darin verstecken kann“, sagt der fünfjährige Janne. Und auch der gleichaltrige Per findet, dass der Tunnel „schön zum Ansehen“ ist. Ähnlich sieht dies auch die vierjährige Matilda: „Es ist ein schönes Projekt und mir gefällt es, dass wir diesen schönen Tunnel bauen. Da kann man schön durchlaufen.“
Aber auch in den Wochen davor hat sich im Rahmen des Projektes schon einiges getan. So wurde ein Hügel, welcher vorher kahl war, mit bienenfreundlichen Blumen bepflanzt und am Gruppenraum ist ein Beet entstanden, das eigentlich gar nicht geplant war. „Es waren noch ein paar Pflanzen über und daher haben die Mitarbeiter gesagt, dass wir sie dort noch einpflanzen können“, sagt Kiel. Und sie ist sich sicher: „Solche kleinen Oasen entstehen hier jetzt an vielen Ecken.“
In den nächsten Wochen sind noch weitere Aktionen geplant – zwei gemeinsam mit den Eltern, die anderen nur mit den Kitakindern. Unter anderem sollen Nistkästen für Vögel und Bienen- und Insektenhotels selbst gebaut werden. „Wahrscheinlich machen wir auch noch einmal Wachstücher als Alternative zur Frischhaltefolie“, erzählt Hiery. Zudem soll ein Haus auf dem Außengelände in schwarz-gelb gestrichen werden. „Das soll dann noch einmal ein Eyecatcher sein“, sagt Kiel.
Insgesamt läuft das durch die niedersächsische Umweltstiftung Bingo und vom Umweltzentrum Hannover durchgeführte Projekte neun Monate lang. Neben zahlreichen Aktivitäten erhalten die Kitakinder aber auch viele Antworten und Informationen rund um das Thema Wildbienen. Dazu zählen unter anderem wie und wo die Bienen leben und was sie fressen. Und auch die Erzieherinnen haben das Thema Bienen voll in den Alltag integriert. „Wir haben unter anderem aus kleinen Dosen Bienen gebastelt“, nennt Kiel nur ein Beispiel. Fest steht aber: „Alles steht im Zeichen der Biene.“ Denn alles, was auf dem Außengelände gepflanzt oder angelegt wurde, dient dem Schutz der Wildbienen.