Klimaschutz: Neues Nahwärme-Netz wächst

EPL versorgt aus der Friedrich-Ebert-Schule erste Wohnungen

Langenhagen. Der nächste große Schritt für die klimaschonende Nahwärme in Langenhagen geht von der Friedrich-Ebert-Schule aus. Nach Einbau eines effizienten Blockheizkraftwerks im Sommer beziehen in dieser Heizperiode erste Kunden in der Kurt-Schumacher-Allee Nahwärme von EPL. Im kommenden Jahr werden weitere Wohngebäude zwischen Hindenburgstraße und Allerweg an das neue Netz angeschlossen. Auch die St. Paulus Kirchengemeinde hat sich für die nachhaltige Wärmeversorgung von EPL entschieden.
„Gerade beim Bestandsgebäuden ermöglicht die klimaschonende Nahwärme-Versorgung mit unseren effizienten Blockheizkraftwerken hohe CO2-Einsparungen“, berichtet EPL-Geschäftsführer Manfred Schüle. Daher habe die kommunale Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) seit einigen Jahren hier einen besonderen Fokus. „Hier werden mit nur einer Maßnahme dauerhaft große Mengen CO2 eingespart“, sagt Schüle. Dies führe dazu, dass die Nahwärmeversorgung durch EPL in den nun acht Netzgebieten die wirkungsvollste Klimaschutzmaßnahme in Langenhagen ist.
Bei dem neuen Nahwärme-Netz setzt EPL ein Konzept um, das auch schon im Umfeld der Leibniz-IGS funktioniert: Zuerst hat der Energiedienstleister die Wärmeversorgung für die Schule übernommen. Mit dem Einbau eines Blockheizkraftwerks (BHKW) wird die Wärmeerzeugung des Schulgebäudes effizienter und zugleich ist die Anlage das zukünftige Herz für das neue Nahwärme-Netz. Bei Blockheizkraftwerken entstehen Wärme und Strom gleichzeitig – hierdurch wird die Energie des Brennstoffes besonders gut genutzt. Je nach Projekt setzt EPL Erdgas oder Biomethan ein. Schrittweise baut EPL ein unterirdisches Wärmenetz, mit dem die Heizenergie direkt zu den Kunden in den umliegenden Straßen geliefert wird. Entsprechend des Ausbaustadiums des Netzes können immer mehr Kunden angeschlossen werden und so von der klimaschonenden Wärmeversorgung profitieren.
Erster Wärmekunde im neuesten Langenhagener Wärmenetz ist ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen in der Kurt-Schumacher-Straße rund 600 Meter von der Energiezentrale in der Friedrich-Ebert-Schule entfernt. Im letzten Monat startete dort die Wärmelieferung aus dem BHKW. Doch auch die nächsten Anschlüsse hat EPL bereits unter Vertrag.
„Die Umsetzung ist immer sehr individuell und berücksichtigt die Erfordernisse bei den Kunden“ erläutert Schüle. So schließt EPL im kommenden Jahr schon Gebäude einer Wohnungsbaugesellschaft in der Kurt-Schumacher-Allee an – die Nahwärmeversorgung wird aber erst in den Folgejahren aufgenommen, wenn die Häuser modernisiert sind. Die St. Paulus Kirchengemeinde wird dagegen im Frühjahr 2021 an das Netz angeschlossen und noch im Frühsommer erfolgt die Inbetriebnahme der Anlage beim Kunden. Grundsätzlich plane EPL die Energiezentrale und das Netz so, dass über mehrere Jahre neue Kunden angeschlossen werden können und das Nahwärme-Netz von Jahr zu Jahr wachse.
Das Nahwärmenetz „Hindenburgstraße“ hat in der ersten Ausbaustufe eine Länge von rund 600 Metern. „Die Anschlussleistung des ersten Hauses beträgt knapp 300 Kilowatt. „Für die Jahre 2021 und 2022 planen wir zusätzliche Anschlussleistungen von jeweils 500 Kilowatt“, blickt Schüle voraus. Das schrittweise Erweitern der Wärmeversorgung ermögliche einen kosteneffizienten Ausbau der Nahwärme in Langenhagen.
Den Betrieb der Wärmeerzeugung in der Friedrich-Ebert-Schule übernahm EPL im Sommer 2020. Schrittweise modernisiert die Energie-Projektgesellschaft Langenhagen die Heizzentrale grundlegend. Der Einbau eines Blockheizkraftwerks im Keller der Schule war der Startschuss und ist die Basis für eine ressourcenschonende Wärmeerzeugung. Die Wärme wird in der Schule und dem im Aufbau befindlichen Nahwärmenetz im angrenzenden Wohnviertel genutzt. Der Strom wird vollständig in das öffentliche Netz eingespeist. Für 2021 ist eine neue Kesselanlage geplant, die den Einsatz des BHKW optimiert und als Reserve- und Spitzenlastanlage für eine sichere Wärmeversorgung sorgt.
Die Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH (EPL) ist ein lokaler Energiedienstleister in Langenhagen. Das Unternehmen wurde 1994 von der Stadt Langenhagen und der Enercity AG (ehemals Stadtwerke Hannover AG) gegründet. Die Hauptziele der EPL sind, eine wirtschaftliche, ressourcen- und klimaschonende Energieversorgung auf kommunaler Ebene zu realisieren sowie die verbrauchsbedingten Emissionen zu reduzieren. Zu den Geschäftsfeldern von EPL zählen die Planung, der Bau und der Betrieb effizienter Strom- und Wärmeproduktionsanlagen sowie die Nahwärmeversorgung von Wohnhäusern und anderen Gebäuden durch den Einsatz von modernen Blockheizkraftwerken und anderen effizienten Wärmeerzeugungsanlagen.