Kommentar

Alles eine Frage der Organisation

Geschäfte öffnen nach und nach, der Unterricht in den Klassen beginnt schrittweise, Abiturprüfungen werden abgenommen. Und dann soll der Sportunterricht nicht über die Bühne gehen können? Wer sich so etwas ausgedacht hat, kann unmöglich viel Drang nach Bewegung verspüren, geschweige denn ein Praktiker oder gar ein Pragmatiker in Sachen Sport sein. Profi-Fußballteams trainieren unter Auflagen mit dem gebührenden Abstand – es ist alles eine Frage der Organisation. Die Sportlehrer werden es wohl mit hohem Organisationsaufwand schaffen, ihren Sportunterricht so zu gestalten, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Die Verantwortlichen müssen sie nur lassen. Individualsportarten oder auch die Abnahme des Deutschen Sportabzeichens rücken in den Vordergrund, Mannschaftssportarten stehen hintenan. Das Thema Duschen dagegen tritt in den Hintergrund, der Fokus muss Sport des Einzelnen unter freiem Himmel liegen. Denn: Für viele Schülerinnen und Schüler ist der Sportunterricht die einzige Zeit in der Woche, in der sie sich ausgiebig bewegen. Und auch der Vereinssport soll ja so langsam wieder anlaufen. Unter diesem Gesichtspunkt ist es auch völlig unverständlich, dass die praktischen Sport-Abiturprüfungen nicht in irgendeiner Art und Weise ohne Ansteckungsrisiko stattfinden können. Auch hier ist natürlich Fingerspitzengefühl gefragt, aber das werden die erfahrenen Sportpädagogen sicher aufbringen können.

Oliver Krebs