Kommentar

Weiter denn je voneinander entfernt

Beim Fußball wäre von einem klassischen Eigentor die Rede. Die Eigentor, das die CDU geschossen hat. Der Verein „Bürger für Kaltenweide“ leistet seit Jahren engagierte Arbeit für den Ort, setzt sich überparteilich für die Belange der Bürger ein. Da ist es nur recht und billig, die Verantwortlichen in politische Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Ja, nicht nur das. Es ist sogar zwingend notwendig zum Wohl des Ortes zusammenzuarbeiten. Und gerade in Kaltenweide hat der BfK das Ohr am Puls der Zeit. Traurig genug, wenn der CDU-Fraktionsvorsitzende und Ortsbürgermeister Reinhard Grabowsky in einer offiziellen Presseerklärung vom „Bürgerverein“ spricht, der bereits 1961 aus der Taufe gehoben worden ist und mit dem BfK nichts zu tun hat. Grabowsky spricht von einigen wenigen Kaltenweidern, die sich konsequent gegen die Umsetzung in Sachen Ganztagsschule wehrten. Ist es aber nicht Aufgabe politischer Gruppierungen, auch mit Minderheiten im Dialog zu bleiben und zu versuchen, Kompromisse zu finden? Die CDU erweckt in diesem Fall aber eher den Eindruck, ihren Willen durchsetzen zu wollen, spricht bei der Meinungsfindung von einem „gängigen Prozess“. Beteiligte hätten eine Woche Zeit gehabt, sich zu äußern; es habe keine Änderungswünsche gegeben. Politische Beratungen sind das eine, Bürgernähe das andere. Der BfK jedenfalls fühlt sich weiter den je von der CDU entfernt. Die CDU täte sicher gut daran, die „Bürger für Kaltenweide“ knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl wieder einzufangen.

Oliver Krebs