Kommentar

Person, nicht Partei

"Bürgermeister der Herzen": So haben viele Gratulanten Mirko Heuer in den sozialen Netzwerken bezeichnet. Und offensichtlich ist es dem Amtsinhaber gelungen, viele Herzen der Langenhagener zu erreichen. Wie sonst ist die absolute Mehrheit gleich im ersten Wahlgang bei insgesamt sechs Bewerbern um das Amt des Verwaltungschef in der Flughafenstadt zu erklären? Oder lag es doch an seinem Amtsbonus und an der Schwäche der Gegenkandidaten, hat insbesondere die SPD mit der Wahl einer jungen Frau mii Migrationshintergrund mit starkem politischen Rückenwind aus Hannover aufs falsche Pferd gesetzt? Insbesondere Andreas Eilers (WAL) hat versucht, Mirko Heuer zu stellen, hat vor allen Dingen auf die Karte Finanzen und Verschuldung gesetzt. Bei den Bürgern hat er sich mit seinen Argumenten offensichtlich nicht durchgedrungen. Heuer hat bei seinen Statements die Linie der Sachlichkeit beibehalten, ein Stil, der beim Wähler wohl angekommen ist. Die Intention, nicht offensiv mit seiner CDU-Mitgliedschaft zu werben, war die richtige. Heuer hat die Wahl gewonnen, weil er als Person und nicht als Parteimitglied gut bei den Bürgern angekommen ist. Als Langenhagener ist er bekannt und hat sich ein großes Netzwerk aufgebaut. Alle politischen Angriffe  gegen ihn vor der Wahl sind verpufft, der 55-Jährige darf auf seinem Chefsessel im Rathaus bleiben. Aber bequemer werden die nächsten fünf Jahre dort beileibe nicht. Stabile Mehrheiten zeichnen sich im Rat der Stadt nicht ab, wenn sich SPD und CDU nicht zu der von Mirko Heuer favorisierten großen Koalition durchringen können. Viele alte Bekannte, aber auch einige neue Gesichter sind im neuen Gremium vertreten. Eines steht auf jeden Fall fest: Auf Rat und Bürgermeister kommen in den nächsten fünf Jahren eine Menge Aufgaben zu, die gemeinsam geschultert werden müssen.

Oliver Krebs