Kommentar

SC Langenhagen: Anpacken heißt die Devise

Unter der Maxime „Gestern standen wir vor dem Abgrund, heute sind wir schon einen Schritt weiter“ geht der SC Langenhagen in die neue Oberligasaison. Unterschiedliche Auffassungen zwischen Vorstand und sportlicher Leitung über Ablösezahlungen lassen Schlimmes befürchten. In der heutigen Zeit auf die Gutmütigkeit anderer Sportvereine zu vertrauen ist naiv. Die Kassen sind meist klamm. Andererseits eine konkurrenzfähige Mannschaft für die Oberliga auf lau zusammenstellen zu wollen grenzt schon an Hexerei. Wo andere aufrüsten, will der SCL ein Zeichen setzen. Laut Vorstand gibt es auch tatsächlich Vereine, die keine Ablösesummen zahlen. Wo, in welcher Klasse? Selbst im Kreis müssen Spieler ausgelöst werden. In der Oberliga? Unvorstellbar! Wie kann es sein, dass Spieler ablösefrei zum finanzstarken OSV Hannover wechseln, dieser für einen 35-jährigen Marcel Ibánez jedoch Geld sehen will? Welch´eine Philosophie! Da muss doch verhandelt werden. Wer zum SCL geht, will Oberligafußball spielen, Geld spielt da meist keine große Rolle. Das Gehaltsgefüge beim SCL ist sowieso schon eine Lachnummer. Für solche Beträge würden nur die wenigsten Spieler die Stiefel schnüren. Und dennoch hat es Trainer Stefan Gehrke geschafft, einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen. Auf interne Hilfe konnte er nur bedingt bauen. Eine Reservemannschaft gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Mitten in der Saison wurde diese übermotiviert abgemeldet. A-Jugendliche müssen oftmals sofort Gewehr bei Fuß stehen. Und Ablösesummen werden ja nicht bezahlt. Ein System mit brüchigem Boden. Wenn man dann noch mit unterschiedlichen Zungen spricht, der Trainer zur Absicherung schriftliche Ausarbeitungen verfasst, ist etwas ganz böse im Argen. Will man überhaupt gemeinsam etwas erreichen? Die fünfte deutsche Spielklasse ist keine Kuschelecke. Um in ihr bestehen zu wollen, muss auch das Umfeld mitziehen. Wo sind die Sponsoren, die den niedrigen vierstelligen Betrag für die notwendigen Neuzugänge aufbringen? Wer suchet, der findet! Die Mannschaft (!) setzt ein beachtliches Zeichen und kauft ihre Mitspieler frei. Schön, aber auch irgendwie traurig und bezeichnend. Und eine Besserung für die Zukunft scheint leider nicht in Sicht.