Kommentar

Durch die kalte Küche

"Sollen die Senioren doch froh sein, dass sie überhaupt eine Interessenvertretung haben. Woanders werden die Mitglieder doch auch ernannt", werden jetzt sicher einige sagen. Dcch darum geht es gar nicht. Vielmehr kann der Seniorenbeirat, den es seit 2006 in der Stadt gibt, stolz auf seine Erfolge sein, sind die Mitglieder doch Fürsprecher der älteren Generation und Experten auf vielen Gebieten. Wie die Verwaltung jetzt mit den gewählten Volksvertretern umgehen will, ist ziemlich respektlos; die Enttäuschung ist zu groß und zu verstehen. Einfach mal so durch die kalte Küche sollen Satzung und Wahlordnung im Handumdrehen geändert werden. Und das auch noch mitten in einem laufenden Wahlprozess. Aus gewählten Beiratsmitgliedern werden dann ernannte. Der Grund: 20.000 Euro werden eingespart, weil keine Briefwahl mehr notwendig ist. Bei dieser vergleichsweise kleinen Summe den Rotstift anzusetzen ist falsch, ehrenamtlichers Engagement geht schnell verloren und gute Arbeit wird schnell ad absurdum geführt. Wenn nur der schnöde Mammon das Argument ist, geht die Wertschätzung schnell verloren.

Oliver Krebs