Komplette Anleitung

Fachbereichsleiter Holger Besser (rechts) organisiert für die IGS die Kompentenz aus der Wirtschaft. Beim Projekt dabei sind (links) Jörg Schikowski (Fachbereich Wirtschaft Stadt Hannover), Barbara Schneider (Bildungsreferentin Stiftung Niedersachsen Metall), Andreas Rose (Ausbildungsbeauftragter in der Deutschen Bank für Niedersachsen).

IGS Schüler können das Berufsleben proben

Langenhagen (gg). Mit dem Bewerbungsprojekt bietet die IGS den Schülern der neunten Klasse das Proben des Arbeitslebens ganz realistisch. Über vier Tage durchlaufen alle 180 Schüler des Jahrgangs ein Bewerbungstraining. Dafür organisiert Fachbereichsleiter Holger Besser die Rahmenbedingungen. „Es kommen 30 ehrenamtliche Personen aus der Wirtschaft, von Banken, den Krankenkassen, von Kleinunternehmern, aus dem Handwerk, von Unternehmen wie MTU, Sennheiser oder Reemtsma in die Schule“, erklärt er. Sie schlüpfen in die Rolle eines Personalchefs und führen mit dem Schülern Bewerbungsgespräche. Wie bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz oder eine Stelle proben die Schüler die Situation, von der später einmal vielleicht ihre berufliche Karriere abhängt. Vorbereitet werden sie im regulären Unterricht im Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik. Sie entscheiden sich für einen bestimmten Beruf, erstellen eine komplette Bewerbungsmappe und haben auch schon das so genannte Training für gutes Benehmen durchlaufen, das durch externe Trainer, gestellt durch die Barmer Ersatzkasse und der Firma Expert, den Schüler beigebracht wird. „Es ist faszinierend, wie aufmerksam die Schüler da bei der Sache sind“, freut sich Besser. So auch bei den Bewerbungsgesprächen. Alle sind vorbereitet, trotzdem nervös. Auch optisch haben sich alle angepasst und tragen entsprechende Kleidung. Die Personalchefs gestalten das Gespräch, verblüffen die Schüler mit unerwarteten Fragen, wie im echten Leben. Sie schlüpfen sogar in unterschiedliche Charaktere, mal führen sie das Gespräch eher einfühlsam, mal spielen sie den genervten Chef. „Schüler müssen sich ausprobieren“, ist sich Besser sicher. Erst mit dem Erleben einer Situation treten Schwächen zu tage, die die Schüler nicht ahnen, und auch die abschließende Bewertung ist für viele zwar eine Überraschung, aber heilsam, denn aus Fehlern können sie noch lernen, ohne Chancen zu verspielen.
Das Projekt ist ein wichtiger Teil des gesamten Katalogs Arbeit-Wirtschaft-Technik an der IGS.
Ab der fünften Klasse ist das Fach fester Bestandteil im Lehrplan. IGS-Schüler lernen also von Beginn an, wie eng Lerninhalte des klassischen Lehrplans mit dem späteren Arbeitsleben verknüpft sind und wo sie ihre Anwendung finden. „Das motiviert“, so die Einschätzung von Besser. Während in den Klassen fünf bis sieben die Grundkurse mit handwerklichem Bezug die Vielfalt beispielsweise von der Elektronik bis zur Textiltechnik zeigen, steht für die achte Klasse die Berufsfindung an. Die Schüler bekommen mit Holger Immisch von der Agentur für Arbeit als ständigem Ansprechpartner Orientierung aus dem Berufsinformationszentrum Hannover. Raus geht es aus dem Schulgebäude, wenn alle Schüler für Kurzpraktika in Langenhagener Firmen gehen. Zwei mal für zwei Wochen laufen die größeren Betriebspraktika in der neunten Klasse.
Mehrfach hat die IGS mit dem Gütesiegel „Berufswahl und ausbildungsfreundliche Schule“ eine Auszeichnung durch das Kultusministerium in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer erhalten. „Eine Bestätigung für die bisherige Arbeit“, erklärt Besser und weiter, „Auch unser langjähriges Engagement im Kooperationskreis Schule und Wirtschaft kommt den Schülern zu Gute, denn dadurch können wir Kontakte zu vielen Firmen herstellen.“