Kompromiss in Sachen Öffnungszeiten

Jugendhilfeausschuss diskutiert über Kitas und Spielleitplanung

Langenhagen (dl). Ein zentraler Punkt auf der Tagesordnung im Jugendhilfeausschuss war die Fortführung des Pilotprojektes für durchgängige Öffnungszeiten in Langenhagener Kitas. Zur Teilnahme an diesem Pilotprojekt, das Ende 2008 auf Antrag der CDU-Fraktion vom Rat beschlossen worden war, hatten sich das Montessori Kinderhaus, die Elterninitiative Kleine Füße und die Kita Kolberger Straße gemeldet. Durchgängige Öffnungszeiten in den Kitas werden sowohl als Vorteil für die Kinder angesehen als auch von den Eltern sowie von den Erzieherinnen überwiegend positiv bewertet, nicht zuletzt im Hinblick auf eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aus diesen Gründen wird das Pilotprojekt bis zum Kitajahr 2011/12 weitergeführt.
An der Finanzierung für eine dauerhafte Einrichtung von durchgängigen Öffnungszeiten und der Frage nach einer Ausweitung des Angebotes auf andere Kitas entzündete sich eine kontrovers geführte Debatte mit SPD und Grünen auf der einen sowie der CDU-Fraktion auf der anderen Seite. Mit Blick auf die Kommunalwahl im September mit möglicherweise veränderten politischen Mehrheiten im Rat und um Planungssicherheit für Kitas und Eltern zu erhalten, drängte Mirko Heuer für die CDU auf eine Abstimmung zu diesem Thema. Marco Kurz (Grüne) und Marco Brunotte (SPD) hielten dagegen eine abschließende Abstimmung für verfrüht, weil die Frage der Finanzierung noch längst nicht geklärt sei. Eine Umfrage bei den Eltern, inwieweit die Bereitschaft besteht, für ein verbessertes Angebot in den Kitas auch einen etwas höheren Beitrag zu zahlen, habe ein eher uneinheitliches Bild ergeben. Sicherlich nicht zuletzt deswegen, weil sowohl in AWO-Kitas als auch in der Kita Kolberger Straße die längeren Öffnungszeiten ohne zusätzliche Elterbeiträge bereits zum Alltag gehören.
Der Kompromiss sieht so aus, dass die Öffnungszeiten wie geplant dauerhaft erhalten bleiben sollen; zu den Kosten wird die Verwaltung eine gesonderte Drucksache erstellen.
Zustimmung gab es auch für die Einrichtung einer Hortgruppe mit 20 Plätzen in der Brinker Schule, wie auch für die Beteiligung der Stadt an dem Modellvorhaben zur gemeinsamen Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung im Alter unter drei Jahren.
Der Bericht über die Kindervorsorgeuntersuchungen nach dem niedersächsischen Gesetz zum Einladungs- und Meldewesen für Früherkennungsuntersuchungen zeigte, dass 83 Prozent aller Eltern die Untersuchungen durchführen lassen. Im Fall der verbleibenden 17 Prozent will die Stadt verstärkt bei den Eltern für die Untersuchungen werben, um sie von deren Notwendigkeit im Sinne der Kinder zu überzeugen. Werben will auch die CDU-Fraktion für eine kinderfreundliche Stadtentwicklungsplanung im Sinne einer Stadtwahrnehmung aus der Sicht von Kindern. Als einen Schritt in diese Richtung beantragte die Fraktion die Durchführung einer Spielleitplanung, darunter fällt die Erfassung von vorhandenen Flächen (Spielräumen) und die Schaffung und Instandsetzung von Spielplätzen, was aber eher in den Zuständigkeitsbereich der Stadtplanung gehört.