KSG betont soziale Verantwortung

Etwa 50 Einwohnerinnen und Einwohner waren zu der Bürgerinformation gekommen, zu der Stadt und KSG eingeladen hatten. Foto: D. Lange

Städtebauliche Sanierungsmaßnahme in Wiesenau

Langenhagen (dl) Auf der Basis einer Entwicklungsstudie für den Stadtteil Wiesenau aus dem Jahr 2009, die die Kreissiedlungsgesellschaft (KSG), größte Wohnungseigentümerin in Wiesenau, in Zusammenarbeit mit der Stadt erstellt hat, wurde ein dringender Handlungsbedarf zur Erneuerung und Modernisierung der Wohnbebauung festgestellt. Der Stadtteil ist im wesentlichen geprägt durch eine 50er-Jahre-Architektur mit mehrheitlich dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern, Reihenhäusern und Gewerbebebauung. Die Wohnungen sind nach heutigen Maßstäben zum großen Teil vom Grundriss her und aus energetischer Sicht nicht mehr zeitgemäß. Vor diesem Hintergrund sollen die städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen in Wiesenau möglichst schon zum 1. Juni Aufnahme in ein Städtebauförderungsprogramm finden, das die Maßnahmen zu je einem Drittel aus Bundes- und Landesmitteln finanziell unterstützt. Auch private Hausbesitzer haben die Möglichkeit, Mittel aus dem Förderprogramm mit einem Gesamtvolumen von rund 5,5 Millionen Euro zu beantragen. Die im Zuge dieser Maßnahmen notwendigen Straßensanierungen werden dabei nicht voll auf die Grundstückseigentümer umgelegt, sondern diese zahlen eine Ausgleichsabgabe, so Stadtbaurat Carsten Hettwer.
Aus den vorbereitenden Untersuchungen zum städtebaulichen Entwicklungskonzept und unter Berücksichtigung des demografischen Wandels ergeben sich im wesentlichen folgende Ziele für die geplanten Sanierungen: Sowohl für die Stadt als auch für die KSG geht es nicht um eine Luxussanierung der Wohnungen, die die langjährigen Mieter zugunsten einer besser verdienenden Klientel vertreiben soll, sondern um eine Stadtteilgestaltung als attraktives Wohnumfeld für Familien. Weitere Ziele sind eine Reduzierung der Verkehrsemissionen, vorrangig im Komponistenviertel, und die Aufwertung der Stadtteilmitte als soziales Zentrum und als Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Stadtbaurat Carsten Hettwer bemühte sich denn auch, die Ängste der etwa 50 Stadtteilbewohner, die zu einer Bürgerinformation in die Adolf-Reichwein-Schule gekommen waren, zu zersteuen. Eine immer wiederkehrende Forderung der Bewohner ist auch die Nahversorgung mit Geschäften. Für einen großen Verbrauchermarkt ist im Stadtteil allerdings kein Platz; kleinere Anbieter aber sind aufgrund der Konkurrenzsituation kaum lebensfähig.
Die KSG konzentriert sich bei ihren Baumaßnahmen zunächst vorrangig auf die Stadteilmitte im Bereich Freiligrathstraße/Liebigstraße. Hier wird ein Teil der alten Häuser abgerissen und durch neue ersetzt, die nach dem Passivhausstandard im Sinne eines geringen Energiebedarfs errichtet werden mit modernen, zeitgemäß ausgestatteten und barrierefreien Wohnungen. Das wird sich naturgemäß in höheren Mieten niederschlagen – man spricht von 50 Cent zusätzlich pro Quadratmeter – die abe größtenteils durch einen geringeren Energiebedarf aufgefangen werden. Martin Jorgas, Projektleiter der KSG, hebt besonders das soziale Engagement der KSG hervor und sichert zudem für ältere Menschen eine finanzielle und organisatorische Hilfe beim Umzug zu. „Die neuen Häuser sind zum großen Teil mit einem Fahrstuhl ausgerüstet und die Wohnungen sind modern, gut isoliert und barrierefrei, was nicht nur für Behinderte wichtig ist, sondern auch für ältere Menschen. Die bisherigen Mieter haben natürlich ein Vorrecht bei der Vergabe der neuen Wohnungen“, sagt Jorgas. „Wir wissen, dass es aufgrund des wirtschaftlichen Strukturwandels eine große Nachfrage nach preiswertem, bezahlbarem Wohnraum gibt und sind uns unserer sozialen Verantwortung durchaus bewusst.“