Kümmerer und stets präsent

Die frühere Kirchenvorstandsvorsitzende Henning Jakob ist jetzt im Alter von 88 Jahren verstorben.

Trauer um früheren Kirchenvorstandsvorsitzenden Henning Jakob

Engelbostel/Schulenburg. „Ich wünsche gute Verrichtung“, diesen Satz hat Henning Jakob oft am Ende von Engelbosteler Kirchenvorstandssitzungen gesagt. Dem Leitungsgremium der Martinskirchengemeinde hat er drei Wahlperioden lang, von 1982 bis ins Jahr 2000, angehört. In der letzten hat der promovierte Jurist und ranghohe Ministerialbeamte sich darüber hinaus als Vorsitzender engagiert. Nun ist er im gesegneten Alter von 88 Jahren verstorben.
„Seine Einladungsschreiben waren immer knapp und pragmatisch formuliert und die Sitzungen, die er mit seinem ausgleichenden Wesen leitete, dauerten kürzer als vorher“, erinnert sich Holger Kiesé. Der ehemalige Diakon hat Henning Jakob, der lange Zeit übrigens nur wenige Meter von der Martinskirche entfernt mit seiner Familie lebte, als Kümmerer und stets präsenten Vorsitzenden in Erinnerung.
In seiner Amtszeit wurde nicht nur die Diakonenstelle eingerichtet, sondern auch die Martinskirche renoviert und ausgemalt. Inhaltlich hat sich Henning Jakob an der Neugestaltung der Liturgie beteiligt. Und er hat die Freundschaft mit der Leipziger Partnerkirchengemeinde belebt, als er eine kleine Delegation in den Osten anführte und 1989 den schwer erkrankten Pastor Christoph Wonneberger mit Familie ein halbes Jahr lang in seinem Privathaus aufnahm.
„Es ist ihm gelungen, unsere Kirchengemeinde mit den örtlichen Vereinen zusammenzubringen“, erinnert sich Barbara Frank, die viele Jahre mit ihm im Kirchenvorstand saß und erzählt: „Dafür war es wichtig, dass er begann, sich beim Weihnachtsmarkt auf dem MTV-Gelände mit einem Kirchenstand zu beteiligen und Kinderpunsch anzubieten.“
Auch Katharina Redecker erinnert sich, wie Henning Jakob in der Öffentlichkeit die Kirchengemeinde vertreten hat: „Wenn jemand für sonntagsvormittags zu einer öffentlichen Veranstaltung einladen wollte, hat Dr. Jakob sofort seine Teilnahme abgelehnt, denn sonntags um zehn Uhr wollte er in den Gottesdienst!“
In die Amtszeit von Henning Jakob fiel auch die Renovierung des Gemeindehauses; da war ihm die korrekte Verwendung der diversen Spenden sehr wichtig: Als der Kirchenvorstand neue Gläser anschaffen wollte, soll er gesagt haben: „Leere Senfgläser reichen aus!“ Und so sei es dann auch gekommen.
Sogar zu seinem 85. Geburtstag vor ein paar Jahren dachte er zuerst an die Kirchengemeinde und bat seine große Gästeschar nicht um persönliche Geschenke, sondern um Spenden für das damals neuzugestaltende Kita-Gelände.
Nach dem Tode seiner Frau, die lange Zeit an der örtlichen Grundschule unterrichtet hatte, ist Henning Jakob zu seiner Lebensgefährtin an den Rhein gezogen und hat zuletzt in einer katholischen Seniorenresidenz gelebt. Dort ist er kurz vor seinem 89. Geburtstag nach langer schwerer Krankheit verstorben.
„Die Martinskirchengemeinde ist Henning Jakob zu großem Dank verpflichtet“, sagt Pastor Rainer Müller-Jödicke, der Ende April die Beisetzung im engsten Familienkreis leiten wird und festhält: „Unsere Gemeindearbeit wollen wir auch im Sinne von Henning Jakob fortsetzen und hoffen dabei – natürlich – auf „gute Verrichtung“!“

Foto (privat):