„Kunst am Bau“ für Gymnasium-Neubau

Der ‚Kunst am Bau‘-Entwurf für den Gymnasium Neubau von Lotte Lindner und Till Steinbrenner besteht aus zwei Teilen: der Gestaltung der Boulevard-Decke und einer Installation.

Preisgericht entscheidet sich für zweiteiligen Entwurf

Langenhagen. „Alles wandelt sich, nichts vergeht“ – Mit ihrem Entwurf überzeugten Lotte Lindner und Till Steinbrenner das Preisgericht des Wettbewerbs „Kunst am Bau – Neubau Gymnasium“. Das Besondere an ihm: Das von dem hannoverschen Künstlerpaar skizzierte Objekt besteht aus zwei Teilen; einerseits eine Deckengestaltung des Boulevards und andererseits eine digitale Installation.
„Mir als Architekt gefällt am Entwurf von Lindner und Steinbrenner, dass sich der gestalterische Teil in den vorhandenen Raum einfügt, ohne ihn zu verstellen oder zu verdecken“, sagt Carsten Hettwer. Der Erste Stadtrat ergänzt: „Für mich ist das ein gutes Beispiel für ‚Kunst am Bau‘, wie architektonische und schöpferische Werke einander befruchten können.“
Der Boulevard im Erdgeschoss des Neubaus verbindet die Eingangshalle mit den vier Klassenhäusern. Für diese zentrale Achse im Schultrakt schlägt das Künstlerpaar vor, die Deckenpaneele wie ein Kippbild zu gestalten. „Abhängig von der Perspektive des Betrachtenden ergibt sich entweder der Satz ‚Alles wandelt sich, nichts vergeht‘ oder die lateinische Version ‚Omnia Matuntura nihil interit‘ – je nachdem in welche Richtung die Person schaut beziehungsweise sich bewegt“, erläutert Lindner.
Mit Flächen und dem Zitat des römischen Dichters Ovid spielt das Künstlerpaar auch bei der vorgeschlagenen Installation. Von einer Schriftskulptur inmitten einer Ödfläche soll täglich ein Bild gemacht und zusammen mit anderen als Zeitrafferfilm auf einen Monitor ins Schulgebäude übertragen werden. „Das Zitat dient hierbei als Fixpunkt im Bild. Um daran sehen zu können, wie sich die Landschaft über die Zeit verändert“, so Lindner
„Ich finde es spannend, wie der Entwurf das Thema Digitalisierung zusammenführt mit dem Aspekt Klimaschutz beziehungsweise dem Ziel, eine wirtschaftlich nicht mehr nutzbare Fläche vor weiteren menschlichen Eingriffen zu bewahren“, berichtet Bürgermeister Mirko Heuer.
Für den von der Stadt Langenhagen ausgelobten Wettbewerb „Kunst am Bau – Neubau Gymnasium“ hatten fünf Künstlerinnen, Künstler oder Künstlergruppen ihre Entwürfe eingereicht. Danach hatten sie Gelegenheit, ihre Idee beziehungsweise ihr Gesamtkonzept einem Preisgericht vorzustellen. Diesem gehörten als stimmberechtigte Mitglieder Dr. Carina Plath vom Sprengel Museum Hannover, Veronika Olbrich vom niedersächsischen Kultusministerium, Prof. Gernot Schulz von „gernot schulz : architektur“ sowie Silke Kaune für das Gymnasium Langenhagen sowie Carsten Hettwer an. Beratende Mitglieder waren Dagmar Janik, Vorsitzende des Bildungs-, Schul- und Kulturausschusses, sowie Mirko Heuer. Vorbereitet und durchgeführt wurde der Wettbewerb von Mitarbeitenden der Galerie Drees.
Die nächsten Wochen sind internen Abstimmungen vorbehalten. Danach beginnt die Ausführungsplanung. Eventuell Anfang Mai, abhängig vom Baufortschritt am Gymnasium-Neubau könnte die Montage vor Ort beginnen. Ziel ist es, dass die Arbeiten am „Kunst am Bau“ rechtzeitig zum Bezug der neuen Schule abgeschlossen sind.
„Ich bin gespannt“, sagt Eva Bender, nachdem sie im Bildungs-, Schul- und Kulturausschuss vom eigens für den Gymnasiums-Neubau entworfenen Kunstwerk berichtet hatte. „‚Kunst am Bau‘ für ‚Kunst in der Schule‘ zu nutzen, ist eine fantastische Methode, um die Bedeutung von Kreativität hervorzuheben und junge Menschen für diese zu begeistern.“ Wie Langenhagens Dezernentin für Bildung, Jugend und Kultur ausführt: „Kreativität und die Erfahrung, etwas erschaffen zu haben, sind wesentliche identitätsstiftende Faktoren. Umso wichtiger ist es, dass wir junge Menschen in diesen Bereichen fördern – gerne auch mit mehr ‚Kunst am Bau‘.“

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