Kunsttherapie für Flüchtlinge

Antoaneta Slavova (Sozialpsychologin, Soziologin M.A. und analytisch orientierte Kunsttherapeutin) zeigt Anja Ananieva (Sozialarbeiterin M.A.), Ophelia-Kollegin (links), die Bilder, die im Kunsttherapie-Projekt bisher schon entstanden sind. (Foto: G. Gosewisch)

Beratungsstelle Ophelia erweitert Aufgabenbereich

Langenhagen (gg). Als Beratungszentrum für Frauen und Mädchen, die Gewalterfahrungen gemacht haben, ist Ophelia in der Ostpassage mehr denn je wichtig. Leiterin Antoaneta Slavova macht dies an den konstant hohen Fallzahlen fest. Die liegen allein bei den polizeilichen Zuweisungen nur aus Langenhagen bei 172 im Jahr 2014. Aus Burgwedel, Isernhagen und Wedemark wurden weitere 77 Fälle bearbeitet. Hilfe nach Demütigungen und Misshandlungen leistet Ophelia für Frauen und Mädchen unabhängig von ihrer Herkunft. Seit März leitet Antoaneta Slavova zudem eine neue Gruppe. Sie bietet Flüchtlingen mit traumatischen Erfahrungen eine Kunsttherapie an, die in Kooperation mit dem Sozialdienst und dem Mehr-Generationen-Haus stattfindet. Sensibilität, Geduld und interkulturelles Einfühlungsvermögen sei bei der Arbeit natürlich wichtig. „Das kunsttherapeutische Angebot erleichtert den Zugang zu traumatisierten Frauen, weil sie sich über das Malen ausdrücken können und viele Worte nicht unbedingt nötig sind. Zunächst wird unbewusst verarbeitet “, erklärt sie. Es gehe nicht darum, traumatische Erlebnisse aufzudecken oder gar neu in das Bewusstsein zu heben, sondern darum, individuelle Ressourcen zu stärken. Rund zehn Teilnehmerinnen kann sie in dieser Gruppe betreuen, zurzeit kommen sechs Frauen regelmäßig zusammen. „Bei Sprachschwierigkeiten wird untereinander geholfen“, sagt Antoaneta Slavova und betont, dass eine Erweiterung des Projekts für Familienmitglieder, also auch für Kinder oder Männer, sinnvoll wäre - dann als neues Projekt losgelöst von der Beratungsstelle Ophelia, die nur für Frauen und Mädchen zuständig ist.