Landesförderung für Radverkehr nutzen

Grüne machen auf schwerwiegende Mängel aufmerksam

Langenhagen. Nach der Demo „Mehr Platz fürs Rad!“, mit der die Grünen Ende Juni auf schwerwiegende Mängel an den Radverkehrsanlagen aufmerksam gemacht hatten, sorgt sich die Stadtverwaltung um mögliche Schäden an den Straßen. Die GRÜNEN hatten am Rande der Demo gut 30 besonders problematische Stellen für den Radverkehr mit Sprühkreide markiert und der Stadtverwaltung eine Aufstellung dieser Stellen übermittelt. Stadtbaurat Carsten Hettwer hat den GRÜNEN daraufhin in einem Brief vorgeworfen, damit Sachbeschädigung begangen zu haben. „Statt die Mängel zu beheben, werden diejenigen kriminalisiert, die darauf aufmerksam machen“, wundert sich Dirk Musfeldt, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Der Vorwurf der Sachbeschädigung ist nicht nachvollziehbar“, weist Rolf Linnhoff, Ortsverbandsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen die Antwort der Verwaltung zurück. Die Methode, mit Sprühkreide vergängliche Botschaften aufzubringen hatte im vergangenen Jahr unter dem Motto „Rassismus ankreiden“ auch Bürgermeister Mirko Heuer gemeinsam mit dem Integrationsbeirat genutzt. „Von einem Strafverfahren gegen den Bürgermeister haben wir nichts gehört.“
Die Grünen hatten darauf gesetzt, dass die Stadtverwaltung sich mit den aufgezeigten Problemen für den Radverkehr auseinandersetzt, statt mit den Kreidemarkierungen. Eine inhaltliche Stellungnahme der Stadtverwaltung zu der Mängelliste liegt ihnen jedoch bisher nicht vor. „Radfahrerinnen und Radfahrer fühlen sich in Langenhagen vielfach unsicher“, berichtet Musfeldt. Der Radverkehr benötige durchgängig sichere, ausreichend breite und zügig befahrbare Velorouten von den Ortschaften ins Zentrum sowie ein gut ausgebautes Netz innerhalb der Kernstadt. Dabei könnte ein vor wenigen Tagen veröffentlichtes Förderprogramm des Landes Niedersachsen im Umfang von 65 Millionen Euro helfen. „Da müssen wir schnell sein und zugreifen“, mahnt der Grüne. Mit Förderquoten von bis zu 80 Prozent könne die Infrastruktur in Langenhagen mit vergleichsweise geringem städtischen Einsatz einen großen Sprung nach vorne machen. „Radfahren ist Klimaschutz und liegt als vollwertige Alternative für den Stadtverkehr voll im Trend. Mit der Förderung können wir jetzt in Langenhagen auch den notwendigen zusätzlichen Platz fürs Rad schaffen“, betont Musfeldt.