„Langsam werd` ich ungemütlich“

Findet Antworten zu kleinen und großen Themen: Stefan Waghubinger.Foto: D. Lange

Stefan Waghubinger: "anbetungswürdig und zum Niederknien"

Langenhagen (dl). Stefan Waghubinger ist gebürtiger Österreicher, und denen sagt man ja bekanntlich nach, sie seien die Meister des makabren Humors und des abgründigen, tiefschwarzen Sarkasmus. Waghubinger lebt seit 20 Jahren in Deutschland und konnte bereits einige Kleinkunst- und Comedy-Preise gewinnen wie jüngst den „Goldenen Stuttgarter Besen 2011“. Ottfried Fischer zum Beispiel findet seine Comedy „anbetungswürdig und zum Niederknien“. Auf jeden Fall aber ist sie umwerfend komisch. Waghubinger findet Antworten zu den kleinen und großen Themen, die ihn in seiner abgründigen Gedankenwelt bewegen, die noch abstruser und schräger sind als die Fragen selbst, und alles geschieht mehr oder weniger beiläufig. Er betrachtet seine Bierflasche, fummelt daran herum und baut so ganz nebenbei eine aberwitzige Assoziationskette auf mit einer Pointe am Ende, bei der das Lachen im Hals stecken bleibt. Natürlich habe der Klimawandel manchmal auch sein Gutes: Wenn der Meeresspiegel steigt und Holland unter Wasser steht, haben wir es halt nicht mehr soweit bis zum Meer. Dumm ist nur, dass dann auch die Tulpen teurer werden. Man könnte aber vielleicht auch die großen Wale fangen, denn wenn beispielsweise ein dicker Mensch aus der Badewanne steigt, sinkt doch auch der Wasserspiegel. Auch sei „der Chinese“ nicht ganz unschuldig am Klimawandel, denn Umweltschutz sei dort unbekannt und überhaupt baut „der Chinese“ keinen Reis mehr an. Deshalb kann dort auch kein Sack Reis mehr umfallen. Wenn es also dereinst auch bei uns wärmer wird und das Wasser steigt, wird der Reis eben in Deutschland angebaut und nach China exportiert. Der Klimawandel habe nach Waghubingers Ansicht noch viele andere Ursachen, deshalb sei es schon gut, dass die Katholische Kirche von ihrer im Mittelalter häufig angewendeten Praxis der Hexenverbrennung wieder abgekommen sei. Trotzdem sei die Welt ungerecht: „Ich habe einen Strafzettel bekommen für 'Parken auf einem Frauenparkplatz', und mein Nachbar fährt mit seinem Geländewagen zum Biomarkt“. Fragen über Fragen. Ist der Mensch nach einer Schönheitsoperation noch „Bio“ oder ist er nach seinem Tod ein Fall für den Sondermüll? Wird bei einer Penisverlängerung ein Stück „dazwischen“ gesetzt und gilt das dann als Organspende? Wie auch immer, eins ist klar: Auf jeden Fall sollte man für einen Liebesbrief an seine Frau tunlichst keine Mustervorlage aus dem Internet verwenden und sie vor allem nicht auch noch mit Max Mustermann unterschreiben. Eine Zusatzvorstellung läuft am Mittwoch, 12. Dezember.