Langweiliger Wahlkampf?

Sie sind sich sehr ähnlich – mal abgesehen von der Statur, haben mit Tanzen und Heimwerken sogar identische Hobbies. Und das zentrale Thema der vergangenen Monate im Wahlkampf, der Schwimmbadneubau, bietet auch keine Reibungspunkte. Die beiden Kontrahenten sprechen sich für das Millionenprojekt. Wird es nach der Schärfe der vergangenen Wochen also ein langweiliger Wahlkampf? Unwahrscheinlich, denn sowohl Friedhelm Fischer als auch Mirko Heuer sind aufgefordert, ihr Profil zu schärfen; neue Inhalte, die bisher in den Hintergrund getreten oder noch gar nicht aufgetaucht sind, müssen jetzt nach vorn rücken. Inhalte, die der Bürgermeister unabhängig von Ratsmehrheiten beeinflussen kann, denn Mirko Heuer hätte im Fall seiner Wahl eine rot-grüne gegen sich. Und es wird auch primär um die Frage gehen: Wer hat mehr Führungsstärke, den großen „Laden“ Rathaus mit etwa 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besser im Griff, kann motivieren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitnehmen? Auch wenn Jens Mommsen mit seinem Ergebnis zufrieden und das Resultat für einen Einzelbewerber beachtlich ist: Letztendlich hat er sein selbsterklärtes Ziel, Bürgermeister Fischer aus dem Rathaus zu jagen, nicht erreicht. Mit der Ablehnung des Schwimmbadneubaus punktete der unabhängige Kandidat zwar im Westen der Stadt, erreichte aber nicht die Mehrheit aller Langenhagener. Gleichwohl geht es für Fischer und Heuer jetzt darum, einen großen Teil der Wähler Mommsens auf ihre Seite zu ziehen. Wenn die sich dann überhaupt ziehen lassen.
Oliver Krebs