Leben in der besonderen Zeit

Lennart Meyer hatte auch virtuell zahlreiche Tipps auf Lager.

Digitale Ausbildung beim THW Hannover/Langenhagen

Langenhagen. Noch immer ist das Technische Hilfswerk wie auch die Feuerwehren und Rettungsdienste gerade, was die praktische Ausbildung betrifft, durch das Corona-Virus in den Möglichkeiten stark eingeschränkt.
Vor rund drei Wochen haben die Helfer einen ersten digitalen Versuch gestartet.
Ob mit Handy, PC oder Notebook, dank der digitalen Vielfalt waren am ersten Webinar knapp 30 Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes dabei. Sie lauschten Lennart Meyer, der sich den Themen Corona und das THW, Infektionsschutz als Bestandteil der persönlichen Schutzausstattung und wie gehe ich damit um, widmete. Gerade für das Auskleiden der kontaminierten Schutzkleidung hatte Lennart – von Beruf Notfallsanitäter bei der Johanniter Unfallhilfe –  hilfreiche Tipps auf Lager und konnte diese dank des Live-Videos auch anschaulich untermalen.
Der große Teilnehmerkreis und das Feedback zeigten, dasExperiment Schulungen für die Einsatzkräfte per Webinar anzubieten, ist bei den Helferinnen und Helfern gut angekommen und in diesen herausfordernden Zeiten durchaus eine Alternative.
Nur eine Woche später fand das zweite Webinar statt. Ortsbeauftragter Tobias Großheide erklärte den Einsatzkräften die rechtlichen Grundlagen für die Arbeit des THW. Wer kann uns anfordern, was bedeutet Amtshilfe, wie rechnen wir unter welchen Bedingungen und auf welcher rechtlichen Grundlage unsere Einsätze ab, wie sieht es mit Ruhezeiten nach Einsätzen aus und vieles mehr. Er erläuterte dabei anschaulich nicht nur die Neufassung des THW-Gesetzes. Auchrelevante Punkte in der THW-Abrechnungsverordnung, dem Verwaltungsverfahrensgesetz, dem niedersächsische Brandschutzgesetz, der DV-100 und weitere für uns wichtige Gesetze und Verwaltungsvorschriften wurden den knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vermittelt.
Im inzwischen dritten Webinar zeigte Thorben Quintel heute unterstützt von Sven Quintel, dass auch eine technische Ausbildung beim THW in Form eines Webinars erfolgen kann. Eindrucksvoll erklärte er im Live-Video den mehr als 30 teilnehmenden Einsatzkräften die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors, die Unterschiede zwischen einem Zwei-Takt-Motor und einem Vier-Takt-Motor und gab wertvolle Hinweise zum Thema Materialerhaltung, Wartung und Pflege von Motoren.
Damit wurde die inzwischen regelmäßig stattfindende Ausbildung um ein weiteres spannendes Thema ergänzt und es zeigt sich, die Idee der digitalen Ausbildung, auch wenn sie mit einfachen Mitteln umgesetzt wird, kommt gut an.
Die Karriere beim THW startet mit der Grundausbildung ähnlich der Truppmann- Ausbildung bei der Feuerwehr. Hier bekommen die angehenden THW-Spezialisten einen allgemeinen Überblick über den Zivil- und Katastrophenschutz, lernen die Bedienung von Einsatzwerkzeugen und –geräten, erfahren etwas über das Verhalten an Einsatzstellen und vieles mehr. Auch hier stoppte der Corona Virus zunächst die Ausbildung der Interessenten. Inzwischen läuft auch bei der Grundausbildungsgruppe die Ausbildung in Form von digitalem Unterricht wieder an, berichtet der Ausbildungsbeauftragte Benedikt Schünemann. Zehn Helferanwärterinnen und Anwärter werden einmal die Woche von wechselnden Ausbildern in Themen wie etwa Grundlagen der Arbeitssicherheit, Hochwasserschutz und Deichverteidigung, Betrieb von Stromerzeugern und vielen, weiteren, spannenden Themen unterrichtet.
Auch wenn E-Learning im THW nichts grundsätzlich Neues ist, es gibt ja schon einzelne Lehrgänge mit einer Mischung aus Präsenz und E-Learning, es zeigt sich aber schon jetzt, in Zukunft wird sicher verstärkt die Art des digitalen Lernens über Webinare oder ähnliche Plattformen Einzug in unseren Alltag finden. Auch wenn sie natürlich die praktische Ausbildung definitiv nicht ersetzen kann und auch nicht ersetzen soll.
Der THW-Ortsverband Hannover/Langenhagen ist mit seinen ehrenamtlichen Einsatzkräften selbstverständlich weiterhin #FürEuchDa, um im Einsatzfall kompetent und zuverlässig zu helfen.