Lebenshilfe vor 50 Jahren gegründet

Spiele waren beim Fest zum 50-jährigen Bestehen der Lebenshilfe im Garten der Paulus-Gemeinde zahlreich aufgebaut. (Foto: D. Lange)

Engagement für Menschen mit Behinderung bleibt

Langenhagen (dl).  Die Situation für behinderte Menschen vor 50 Jahren war damals alles andere als zufriedenstellend. Es gab weder eine Frühförderung, geschweige denn eine Kita für behinderte Kinder, noch nicht einmal eine Schulpflicht für sie, keine Wohneinrichtungen für Behinderte und vieles mehr. Es gab buchstäblich nichts. Um diese unhaltbaren Zustände zu beenden und um vor allem der Ausgrenzung und Benachteiligung behinderter Menschen entgegen zu wirken, gründeten engagierte Eltern 1968 den Verein „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind in Langenhagen und Umgebung“ wie es damals noch hieß. Eine treibende Kraft zur Gründung dieser Interessenvertretung für geistig und mehrfach Behinderte in Langenhagen war seinerzeit die spätere Bürgermeisterin Waltraud Krückeberg, die selbstverständlich ebenfalls zur Jubiläumsfeier ihrer Lebenshilfe kam. Ein Jahr später, 1969, entstand mit viel Eigenleistung der heilpädagogische Kindergarten in der Karlsbader Straße. Zuvor richtete die Paulus-Gemeinde in ihren Räumen an der Hindenburgstraße eine erste Betreuungsgruppe für behinderte Kinder ein. Dort liegen gewissermaßen also auch die Wurzeln der Lebenshilfe. Im Laufe der Jahre setzte sich die Erkenntnis mehr und mehr durch, dass eine Behindertenarbeit in dem Umfang, wie sie als notwendig erachtet wurde, mit Ehrenamtlichen allein und ohne professionelle Hilfe nicht zu schaffen sei. Diese Erkenntnis führte 1974, auch auf Initiative der Lebenshilfe, zur Gründung der Gemeinnützigen Gesellschaft für Behindertenarbeit (GBA) in der Liebigstraße, in welcher die Lebenshilfe Langenhagen Mitgesellschafter ist. Mittlerweile ist unter anderem der Sprachheilkindergarten in Wiesenau dazu gekommen, die Wohneinrichtungen Liebigstraße, Königsberger Straße sowie der Lindenhof in Kaltenweide. Nicht erst seit heute steht die Lebenshilfe mehr denn je und mit ihr die Gesellschaft als Ganzes vor der Mammutaufgabe, die da heißt: Inklusion. Von vielen gewollt, aber in der Umsetzung nach wie vor lückenhaft und unkoordiniert, auch seitens der Politik. Rückblickend und historisch gesehen kann die Paulus-Gemeinde als Keimzelle der Lebenshilfe betrachtet werden und so erscheint es nur folgerichtig, dort auch den runden Geburtstag zu feiern, unter dem beziehungsreichen Motto „50 Jahre – und kein bisschen leise“. Zeit also, zurück zu blicken, auf die Geschichte der Lebenshilfe, nicht nur in Langenhagen, aber auch auf die Entwicklung der Behindertenarbeit im Allgemeinen. Zum großen Familienfest im Garten und im Gemeindehaus kamen Behinderte und Nichtbehinderte, Mitglieder der Lebenshilfe und Gäste mit Freunden und Angehörigen. Der Musikverein Godshorn und ein Damenchor sorgten für die Musik und auf alle Gäste wartete ein Spieleparcours mit verschiedenen Disziplinen zur Lebenshilfe-Olympiade.