Leibniz-IGS wird zum neuen Nahwärme-Herz

Langenhagens Stadtbaurat Carsten Hettwer und EPL-Geschäftsführer Manfred Schüle im April 2019 bei der Inbetriebnahme des neuen Blockheizkraftwerk in der damaligen Robert-Koch-Realschule. (Foto: J. Voshage)
 
Durch die Gladiolenstraße wird das Nahwärmenetz bis zur Godshorner Straße geführt.  (Foto: J. Voshage)

EPL beginnt mit Netzausbau rund um die ehemalige Robert-Koch-Realschule

Langenhagen. In weiten Teilen kommt das öffentliche Leben zum Stillstand – doch EPL startet in diesen Tagen mit einem neuen Netz: Derzeit beginnen die Bauarbeiten für das Nahwärmenetz „Rathenaustraße“. Ausgangspunkt ist das Blockheizkraftwerk in der „LIGS“. Im Sommer wird EPL erste Häuser in der Godshorner Straße und der Irisstraße an die klimaschonende Nahwärmeversorgung anschließen.
Die Bewohner in zwei Neubauten an der Godshorner Straße und rund einem Dutzend Häuser in der Irisstraße sind die Ersten, die in Zukunft die klimaschonende Wärme aus der Leibniz-IGS (LIGS) nutzen können. Die kommunale Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) hatte in der ehemaligen Robert-Koch-Realschule 2016 die Wärmeversorgung übernommen und bei der Modernisierung der Anlage bereits den späteren Netzausbau eingeplant. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller der Schule wird das Herz des neuen Nahwärmenetzes "Rathenaustraße" zwischen Karl-Kellner-Straße und dem Bahnhof Langenhagen Mitte. „Gerade für die Bestandsgebäude ist die effiziente Nahwärme eine hervorragende Möglichkeit, Klimaschutz in der Praxis umzusetzen“, betont EPL-Geschäftsführer Manfred Schüle. Hier würden mit nur einer Maßnahme große Mengen Kohlendioxid eingespart. Die Nahwärmeversorgung durch EPL in demnächst sieben Netzgebieten sei die wirkungsvollste Klimaschutzmaßnahme in Langenhagen.
Die Bauarbeiten begonnen in der zweiten März-Hälfte im Umfeld der LIGS. Um den Schulbetrieb nicht zu stören, sollten die Baumaßnahmen direkt an der Schule in den Osterferien durchgeführt werden. Wegen der vorübergehenden Schließung der Schulen zur Bekämpfung der Corona-Epidemie kann der Tiefbau nun teilweise früher starten. „Anfang April haben wir vorgesehen, die Rathenaustraße nach Süden zu queren“, berichtet Schüle. Ab Mitte April wird dann in der Gladiolenstraße gebaut und bis Mitte Mai sollen die Leitungen bis zu den Neubauten an der Godshorner Straße liegen. „Leider ist die Gladiolenstraße ziemlich eng – hier wird es zwangsläufig zu Behinderungen führen. Auch werden zeitweise Parkplätze entfallen. Wir bitten dafür schon jetzt um Verständnis und versuchen, den Zeitraum möglichst kurz zu halten“, sagt der EPL-Chef.
Noch im Mai erfolgt dann die Abzweigung zu den Gebäuden in der Irisstraße. Parallel mit den Tiefbauarbeiten errichtet EPL in den Gebäuden die Hausanschlussstationen. Ab Anfang Juli soll mit dem neuen Nahwärmenetz die Wärme für Heizung und Warmwasser in die Häuser geliefert werden. Auch die letzten Verfüllarbeiten im Straßenraum sollen im Laufe des Julis abgeschlossen sein.
Das Nahwärmenetz „Rathenaustraße“ wird in dieser ersten Ausbaustufe eine Länge von rund 500 Metern haben. „Die Anschlussleistung der Häuser beträgt etwas mehr als 600 Kilowatt – mit dem BHKW in der LIGS können wir also noch weitere Gebäude in dem Gebiet versorgen“, blickt Schüle in die Zukunft. EPL habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Nahwärmenetze schrittweise zu erweitern. „Wir planen bereits von Anfang an für den Endausbau, die Anschlüsse erfolgen jedoch entsprechend der Nachfrage der Gebäude-Eigentümer“, erklärt er weiter. Dies ermögliche einen kosteneffizienten Ausbau der Nahwärme in Langenhagen.
2016 übernahm EPL den Betrieb der Wärmeerzeugung in der Leibniz IGS Langenhagen, der damaligen Robert-Koch-Realschule. In den folgenden Jahren modernisierte die Energie-Projektgesellschaft Langenhagen die Heizzentrale grundlegend. Ein neuer Heizkessel war hierfür der Startschuss. Heute bildet ein Blockheizkraftwerk die Grundlage für eine ressourcenschonende Wärmeerzeugung. Die Wärme wird in der Schule und dem im Aufbau befindlichen Nahwärmenetz "Rathenaustraße" im angrenzenden Wohnviertel genutzt. Der Strom wird vollständig in das öffentliche Netz eingespeist.
Außerdem liefert eine Brennstoffzelle Strom für den Eigenbedarf der Heizungsanlage. Sie war 2018 die erste ihrer Art in Langenhangen und zeichnet sich durch eine besonders hohe Effizienz aus.
Zur Erklärung: Die Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH (EPL) ist ein lokaler Energiedienstleister in Langenhagen. Das Unternehmen wurde 1994 von der Stadt Langenhagen und der Enercity AG (ehemals Stadtwerke Hannover AG) gegründet. Die Hauptziele der EPL sind, eine wirtschaftliche, ressourcen- und klimaschonende Energieversorgung auf kommunaler Ebene zu realisieren sowie die verbrauchsbedingten Emissionen zu reduzieren. Zu den Geschäftsfeldern von EPL zählen die Planung, der Bau und der Betrieb effizienter Strom- und Wärmeproduktionsanlagen sowie die Nahwärmeversorgung von Wohnhäusern und anderen Gebäuden durch den Einsatz von modernen Blockheizkraftwerken und anderen effizienten Wärmeerzeugungsanlagen.