Leserbrief

Bildungsnotstand statt Klimanotstand

Zum Thema Klimanotstand erreichte uns folgender Leserbrief: "Schlechte Umfragewerte im Allgemeinen, der Griff nach dem Strohhalm oder Politik um jeden Preis? Was ist die Motivation nun auch für die hiesige CDU, wenn sie prüfen möchte, ob es zweckmäßig ist, den "Klimanotstand für Langenhagen" auszurufen?  Den Klimanotstand für Langenhagen ausrufen? Nein, das ist doch absurd. Einen Klima­notstand gibt es hier nicht – wohl aber einen immer schlimmer werdenden Bildungs­notstand. Von diesem Bildungsnotstand sind nicht nur die Schüler betroffen, die nun wahrlich nichts dafür können, dass sie inzwischen in beengten Klassenräumen und Containern lernen müssen. Das hat ihnen die verschlafene Politik eingebrockt. Viele Ratsmitglieder mögen inzwischen vernebelt und lernresistent sein. Die mediale Dauerberieselung mit 'Greta' und 'Fridays for Future-Aktionen' fruchtet endlich. Alle werden langsam aber sicher blöd. Unabhängige und seriöse Quellen aufzutun und sich gemäß Kant seines ’eigenen Verstandes’ zu bedienen, kommt zunehmend aus der Mode.
Was nützt es uns, dass die Stadtverwaltung einen eLkw für den Bauhof anschafft, um Kohlendioxid zu vermeiden, wenn zur selben Zeit Vulkane Unmengen davon freisetzen?
Der italienische Stromboli ist wieder einmal besonders aktiv und schleudert unter anderem Staub und Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Und zwar weitaus mehr CO2, als alle Kohlekraftwerke Deutschlands je emittieren könnten.
Und es speien aktuell nicht nur der Stromboli und der Ätna, sondern im außergewöhnlichen Maße Dutzende weitere und größere Vulkane weltweit, vor allem im westlichen Nordpazifik und im Andengebiet Südamerikas.
Wie lange diese besondere Aktivität noch andauern wird und wie viel Staub, CO2 und andere Bestandteile des Auswurfs in die Atmosphäre gelangen werden, ist nicht absehbar. Der Mensch kann dabei nur zuschauen und absolut nichts dagegen machen.
Daher ist die Idee, einen "Klimanotstand" ausrufen zu wollen, Theater ohne Wirkung.
Die Fokussierung auf das Kohlendioxid und der Drang, CO2 unbedingt reduzieren zu wollen, sind zudem nicht zielführend, weil die Bedeutung dieses Spurengases im Bezug auf die angeblich nötige Weltenrettung völlig überbewertet wird.
Viel wichtiger wäre es, sich mit dem Unvermeidlichen abzufinden und sich auf mögliche Veränderungen innerhalb einer natürlichen Bandbreite einzustellen, denn die Erde war zu keiner Zeit ein statisches Gebilde. Anstatt bei den Menschen diffuse Ängste zu generieren, viel Kraft und Unsummen an Geld in sinnlose Klimarettungsaktionen zu stecken, ist ein Strategiewechsel dringend nötig.
Der Verstand muss wieder eingeschaltet und der Blick für das Machbare geschärft werden. Da der deutsche Staat mit seiner gegenwärtigen Politik unter anderem die Energieversorgung gegen die Wand fährt, müssen sich Kommunen wie die Stadt Langenhagen überlegen, eigene Energiequellen zu schaffen. Zum Beispiel könnte für das neue Gymnasium ein Blockheizkraftwerk mit eigenem Stromgenerator gebaut werden. Dann funktioniert die Schule mit Heizung und Licht noch, wenn alle anderen bereits im Dunkeln sitzen. Diese Überlegungen gelten auch für Gewerbebetriebe in Langenhagen, die sich einen Stromausfall nicht leisten können. 'Fridays for Future-Aktivisten' denken so weit nicht.

Gerriet Kohls, Kaltenweide