Leuchttürme für Langenhagen

Die Versorgung mit elektrischer Energie muss auch bei einem Stromausfall jederzeit gewährleistet sein.
 
Das Leuchtturmkonzept soll in den nächsten Jahren konsequent umgesetzt werden.

Feuerwehrhäuser als zentrale Anlaufstelle bei Stromausfall

Langenhagen. Viele Menschen sind abhängig. Diese Abhängigkeit kann verschiedene Ursachen haben. Rauchen, Schokolade oder auch andere Genussstoffe. Ein großer Teil Weltbevölkerung ist jedoch in einem gemeinsamen Punkt abhängig. Abhängig davon, dass die Versorgung mit elektrischer Energie jederzeit gewährleistet ist. Man mag sich nicht vorstellen, welche Auswirkungen ein langfristiger und umfassender Stromausfall für die vernetzten Strukturen der modernen Welt hat. Auch wenn so ein Ereignis sehr unwahrscheinlich ist. Möglich, ist es.
Vor diesem Hintergrund sind die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um die schädigenden Wirkungen so gering wie möglich zu halten. Die technischen und organisatorischen Vorkehrungen auf einen Stromausfall gehen ins Jahr 2016 zurück. Zusammen mit der Verwaltung der Stadt Langenhagen entwickelte die Führung der Stadtfeuerwehr die "Dienstanweisung und Konzept für einen flächendeckenden langanhaltenden Stromausfall im Stadtgebiet Langenhagen". In diesem Konzept spielen Leuchttürme eine wesentliche Rolle.
Aus der verbildlichten Dunkelheit eines Stromausfalles treten im Stadtgebiet die fünf definierten Leuchttürme heraus. Als Leuchttürme fungieren die Feuerwehrhäuser Engelbostel/Schulenburg (Stadtweg 15), Godshorn (Alt-Godshorn 90), Kaltenweide (Zellerie 10), Krähenwinkel (Stadl-Paura Platz 1) und Langenhagen (Konrad-Adenauer-Straße. 11). Durch die Nutzung der Feuerwehrhäuser wird sichergestellt, dass ein zentraler Anlaufpunkt in jeder Ortschaft besteht. Alle Feuerwehrhäuser werden mit Notstromaggregaten ausgestattet, die im Notfall neben der Haustechnik auch lebenswichtige medizinische Geräte (zum Beispiel Heimbeatmungsgeräte) versorgen. Hierfür wurden die fünf Feuerwehrhäuser mittlerweile mit einer Fremdeinspeisung nachgerüstet. Im Juli 2019 wurde als erster Baustein das Notstromaggregat für die Ortsfeuerwehr Krähenwinkel beschafft.
Entsprechend der Lage (regional oder übergreifend) und der Entwicklung (kurz oder langandauernd mit erheblichen Folgen) wurden die Gefahrenabwehrmaßnahmen in vier Eskalationsstufen strukturiert:. I: Stromausfall bis zehn Minuten, II: zehn bis 60 Minuten,
III: 60 bis 240 Minuten, IV: ab 240 Minuten.
Bei einem Stromausfall der Stufe I werden nach einer Lagefeststellung lediglich die Führungskräfte informiert. Ab Stufe II werden alle fünf Feuerwehrhäuser mit mindestens drei Einsatzkräften besetzt, die als Anlaufpunkt für Informations- oder Hilfeersuchen dienen. Insbesondere können die Feuerwehrhäuser als Notrufmeldestellen genutzt werden, falls eine telefonische Notrufmeldung zur Regionsleitstelle nicht möglich ist. Die vollständige Einsatzbereitschaft der Ortsfeuerwehren wird ab Stufe III hergestellt, sodass eine schnellstmögliche Reaktion auf mögliche Einsatzlagen sichergestellt werden kann. Neben den normalen Aufgaben der Gefahrenabwehr, ist im Falle eines Stromausfalls mit situationsbedingten Notfällen (zum Beispiel Ausfall von medizinischen Geräten im Rahmen der häuslichen Pflege, steckengebliebene Fahrstühle mit eingeschlossenen Personen, Probleme mit Klima- und Belüftungsanlagen, Störungen elektronischer Zugangseinrichtungen und so weiter) zu rechnen. Bei einem Stromausfall der Stufe III übernimmt der Einsatzleitwagen 2 / Stab der Stadtfeuerwehr Langenhagen die Alarmierung der Ortsfeuerwehren aus ihren Feuerwehrhäusern. Bei einem Stromausfall der Stufe IV ist im Einzelfall zu entscheiden, ob der Katastrophenalarm ausgelöst wird.
In den nächsten Jahren wird das Leuchtturmkonzept konsequent umgesetzt. Hierfür werden nach derzeitigem Stand zwei Abrollbehälter Notstrom (Engelbostel und Langenhagen) und zwei weitere Notstromanhänger (Godshorn und Kaltenweide) beschafft.
Die Stadtfeuerwehr Langenhagen weist darauf hin, dass sich die Bevölkerung eigenständig mit Nahrungsmitteln, Medikamenten oder anderen Dingen versorgen muss. Die Vorsorge ist von jeder Person selbst zu organisieren. Informationen hierzu können beim zuständigen Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) unter www.bbk.bund.de abgerufen werden.