"Lustige Hannoveraner" im Dreiviertel-Takt

Beim "Niedersachsenlied" stand das Publikum spontan auf und zeigte sich äußerst textsicher. Rechts von Dirigent Ernst Müller der Heimatbund-Vorsitzende Heinz-Siegfried Strelow und Moderator Ernst-August Nebig. Foto: K.Raap

Ausverkauftes Haus beim Heimatbund-Konzert mit Ernst Müller

Langenhagen (kr). "Das war ein tolles Konzert von Ernst Müller und seinem Orchester, wie wir es bisher noch nie veranstaltet haben". Dieses Resümee zog Heinz-Siegfried Strelow, Vorsitzender des Heimatbundes Niedersachsen, der diese restlos ausverkaufte Veranstaltung gemeinsam mit dem Bürger- und Heimatverein Langenhagen und dem Welfenbund im Maritim Airport Hotel am Flughafen ausgerichtet hatte nach einem von den mehr als 300 Besuchern mit Riesenbeifall bedachten zweieinhalbstündigem Programm. Ein weiteres Dankeschön galt den anderen Gästen wie der von Ulrich Behler geleiteteten vielköpfigen Chorgruppe und "Teufelsgeiger" Charly Neumann sowie Ortsheimatpfleger Ernst August Nebig, der als Moderator mit unterhaltsamen Anmerkungen durch das Programm führte. Die Schirmherrschaft hatte Prinz Heinrich von Hannover übernommen. Ernst Müller hatte keine Mühe, mit dem von ihm bestens vorbereiteten Orchester den Geschmack des Publikums zu treffen. Die schönsten Melodien aus Opern von Giuseppe Verdi zündeten ebenso wie Highlights aus den Operetten von Franz Lehar. Musikalisch anspruchsvoll die Wiedergabe des zweiten Satzes aus der neunten Sinfonie von Antonin Dvorak, die wegen des dreijährigen USA-Aufenthaltes des Komponisten den Beinamen "Aus der neuen Welt" trägt. Als Solist überzeugte Flügelhornist Claus Bröcker, der die im Original für Englischhorn, ein Instrument aus der Familie der Oboen, geschriebenen Passagen mit großem Ton interpretierte. Zu weiteren Höhepunkten zählte der von Kronprinz Ernst-August ursprünglich für 30 Fagotte komponierte erstmals aufgeführte Jubelmarsch und die im Dreiviertel-Takt notierte Mazurka-Version von "Der lustige Hannoveraner". Mit "Lassus Trombones" stellten sich die vier Posaunisten des Orchesters, Bernd Könnecker, Hans-Jürgen Petrosch, Rüdiger Mus und Uwe Sawall vor, die dabei quer durch die Zuhörerreihen zogen."Teufelsgeiger" Charly Neumann bestritt bei Kaffee und Kuchen den Veranstaltungsauftakt mit typischer Caféhaus-Musik und präsentierte sich außerdem mit einem Csardas von Vittorio Monti. Der von Ulrich Behler aus vier Männerchören zusammengestellten Großformation gelang bei ihrem ersten gemeinsamen öffentlichen Auftritt ein überzeugendes Debüt mit Liedern wie "Wochenend und Sonnenschein", "Veronika der Lenz ist da" und vor allem mit der satirischen "Diplomatenjagd" von Reinhard Mey.
Das Publikum erklatschte sich zum Abschluss des Konzertes erwartungsgemäß mehrere Zugaben und sang beim "Niedersachsenlied" und dem obligaten "So ein Tag" kräftig mit.