Manch baulicher Stilbruch

Die Gruppe vor der Frauenkirche.

Ü 50 des SC Langenhagen vier Tage in München

Langenhagen. Nein, nein – wegen der Meisterschaftsfeier des FC Bayern München war die Ü 50 des SC Langenhagen nun nicht in München; zumal die Anhängerschaften in dieser Reisegruppe über viele Mannschaften der ersten Liga gut verteilt sind. Es gab ein Riesenprogramm, wieder geplant und organisiert durch Helga und Fritz Rohn. Das Programm bot neben vielen geselligen Aspekten auch jede Menge Kultur. München - etwa dreimal so groß wie Hannover – macht für Jedermann aus In- und Ausland unglaublich viele Angebote. Trotz der vielen Besucher behält die Stadt ihr besonderes Flair mit einer beinahe familiären Gemütlichkeit, auch durch die unzähligen Gaststätten und Biergärten.
Nach einer knapp fünftündigen Fahrt am Sonntag mit dem pünktlichen ICE(!) wurde die Gruppe vom “Hotel Germania“ von einem Stadtführer zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Innenstadt geführt und über die besondere Historie Münchens aufgeklärt. Die Stadt wurde am Ende des letzten Weltkrieges bis zu 85 Prozent zerstört. Trotz enormer Anstrengungen zum Wiederaufbau historischer Gebäude bis heute erkennt man so manchen baulichen Stilbruch, so passt zum Beispiel der Bahnhof im heruntergekommenen Plattenbaustil überhaupt nicht in die Scene. Hier steht in den nächsten Jahren ein riesiger Neubau bevor. Die Stadtführung begann am „Stachus“ und führte über die Neuhauserstraße, eine der schönsten Fußgängerzonen Deutschlands, an der Michaeliskirche vorbei zum Marienplatz. Hier dominiert das gewaltige „Neue Rathaus“, das 1867 bis 1908 sukzessive als Symbol des starken, stolzen Bürgertums errichtet wurde. Die Wittelsbacher und andere Prominenz schmücken als Skulpturen die Fassaden. An der Spitze des 85 Meter hohen Rathausturmes wacht das „Münchener Kindl“ als mönchische Wappenfigur über die Stadt. Ein weiteres unverwechselbares Wahrzeichen Münchens ist die Frauenkirche mit den 99 Meter hohen Zwillingstürmen und den grünen Rundkappen. Natürlich führte der Rundgang auch über den Markt der Sinne, den Viktualienmarkt. Auf etwa 2000 Quadratmetern Fläche werden nur exklusive und vor allem frische Waren verkauft. Die Kundschaft findet auch viele bayrische Schmankerl und akzeptiert zähneknirschend die höheren Preise- sozusagen als Luxussteuer. Ein Tag voller Eindrücke endete für die Gruppe am ersten Abend im klassischen Bierlokal „Donisl“.
Am zweiten Tag ging es durch die Altstadt in Richtung „Deutsches Museum“, das größte Wissenschaftsmuseum der Welt, welches 1925 eröffnet und ständig erweitert wurde. Rund 30.000 Exponate aus Naturwissenschaft, Technik, Landwirtschaft, Brückenbau und Mikroelektronik, dazu Flug-und Fahrzeuge, Bergbau und Planetarium, verteilt über sechsEtagen wären zu besichtigen. Dies ist natürlich nicht an einem halben Tag zu schaffen. Hier hieß es also: Auswahl treffen! Nach eigenständigen Stadtbesichtigungen am Nachmittag endete der Tag für die Gruppe in dem historischen „Augustiner Bräustuben“, urgemütlich und wirklich in jeder Beziehung zu empfehlen.
Am dritten Tag führte eine Wanderung über den Königsplatz zur „ Alten Pinakothek“, eine von mehr als 40 hochkarätigen Ausstellungshäusern in der sogenannten Maxvorstadt. Sie zeigt europäische Malerei vom 13. bis 18. Jahrhundert mit mehr als 700 Kunstwerken; Dürer, da Vinci und Rubens zählen dazu. Sinn machte hier die Ausstattung mit Hör-Guides, so dass ganz individuell besichtigt werden konnte. Das Museumsviertel grenzt an eine der größten Parkanlagen der Welt, den Englischen Garten mit 375 Hektar. Kurfürst Karl Theodor machte den Münchnern den Garten im Revolutionsjahr 1789 zum Geschenk. Der Garten lädt ein zum Wandern, Radeln, Picknicken und natürlich zum Verweilen in
einer der vier Biergärten,zum Beispielam Chinesischen Turm. Vor allem Studenten und die vielen Touristen verbringen hier ihre freie Zeit, wenn das Wetter es zulässt.
Beim Abschlussabend im „Löwenbräukeller“ am Stiglmaierplatz wurde es noch einmal richtig gemütlich. Nach einem zünftigen bayrischen Essen kam es spontan zu verschiedenen Gesangs- und Tanzeinlagen und das mit musikalischer Unterstützung einer Zwei-Personen- Combo aus der Steiermark. Große Begeisterung lösten natürlich auch norddeutsche Lieder, wie das „Niedersachsenlied“ (und das im Herzen Bayerns) und das ab jetzt auch in München bekannte Schunkellied „An der Nordseeküste“ aus.
Auf der gemütlichen Rückfahrt im ICE nach Hannover konnte die Reisegruppe alles noch einmal gedanklich aufarbeiten.