Martin von Tours ist der Namensgeber

Das älteste Foto: die Martinskirche um 1900.
 
Die heutige Martinskirche aus Drohnensicht.

Zahlen, Fakten und Kurioses rund um die Martinskirche von Holger Kiesé

Wussten Sie schon...?

- ...dass die heutige Kirche vermutlich der vierte Kirchbau in Engelbostel ist? Die erste Kapelle am Klusmoor aus dem 9./10. Jahrhundert wurde durch einen Neubau am jetzigen Ort ersetzt. Dieser wurde 1385 in einer Fehde durch Truppen des Herzog Albrecht von Sachsen bis auf die Grundmauern zerstört. Im 15. Jahrhundert wird der Wiederaufbau der Kirche aus Stein berichtet – aus dieser Zeit stammt wohl unser jetziger Kirchturm. 1788 begann der Neubau eines größeren Kirchschiffs – Kirche Nummer 4.
-  ...dass die barocke Compenius-Orgel (gebaut 1648 bis 1660) im Zweiten Weltkrieg durch den Bombenangriff auf die St. Aegidienkirche Hannover am 9. Oktober 1943 völlig zerstört worden wäre, wenn sie nicht 1880 nach Engelbostel verkauft worden wäre?
- ...dass es allein in Deutschland laut Wikipedia 868 Martinskirchen beziehungsweise St. Martin(s)- oder Martini-Kirchen gibt? Und dass die Engelbosteler und Schulenburger sich, als das Internet aufkam, deshalb frühzeitig die Domain „martinskirchengemeinde.de“ gesichert haben?
- ...dass der aktuelle Pastor Rainer Müller-Jödicke der 26. Engelbosteler Pfarrer seit der Reformation ist? Am kürzesten war Johann Hartwig Kleeberg Pfarrstelleninhaber; er verstarb 1770 kurz nach seinem Dienstantritt. Auf mehr als 40 Dienstjahre brachte es Pastor Heinrich K. L. Häsemeyer. Er verstarb am im Oktober 1930 während einer Predigt am Denkmal in Stelingen.
- ...dass die stählerne Uhrschlagglocke, sichtbar außen an der östlichen Seite des Pyramidenhelmes des Kirchturms, die älteste Glocken Langenhagens ist? Sie ist um 1300 oder früher gegossen worden – etwa 100 Jahre nach Gemeindegründung.
-...dass der erste Kirchbau sich an der Ecke Klusmoor/ Schulstraße befand? Grundmauerfunde (Steinquader) an der Kreuzwippe zeigten, dass dort schon im 9./10. Jahrhundert eine so genannte „Klus“ (Kapelle, Klause) gestanden hat. Vielleicht wurde wegen des morastigen Bodens die Klus aufgegeben und eine neue Kirche an jetzigem Ort gebaut – wann genau, ist nicht bekannt.
-...dass der alte Friedhof sich bis 1840 rund um die Kirche befand und dieser bis zum alten Schulhaus gegenüber der Kirche (heute: Haus Nummer 73, Familie Busche) reichte? Bei früherem Ausbauarbeiten der Kirchstraße wurden dementsprechend Schädel und Knochen gefunden, die natürlich auf dem neuen Friedhof beigesetzt wurden...
- ...dass die alte Kirchstraße deswegen bis vor etwa 180 Jahren über die heutige Einfahrt zum Küsterhaus (Nummer 75) verlief? Und zwar hinter dem Schulhaus und dem Pfarrwitwenhaus (Nummer 71) entlang...
- ...dass die Martinskirchengemeinde erst seit Mai 1995 so heißt? Bis dahin hieß sie „Martingemeinde“ (also ohne „s“). Durch das neue Kirchsiegel mit der Abbildung des Namensgeber der Kirche, dem Bischof Martin von Tours („St. Martin“) mussten die Engelbosteler eine früher übliche Bezeichnung der Kirche annehmen...
- ...dass der Heilige Martin „Programm“ ist für die Kirchengemeinde? Seit 1992 werden am 11. November fröhliche Martins-Gottesdienste gefeiert, es gibt unter anderem die MartinsKiTa und die MartinsKrippe, das Happy Martini-Fest – und neuerdings mit Diakon Merlin Langrehr den Martinsengel...