„Martinsengel“ kommt bald

Pastor Rainer Müller-Jödicke (von links) jubelt mit Ann-Marie Hamburg, Florian Stelloh und Birte Kiesé vor der Martinskirche über den Geldsegen aus Hildesheim. (Foto: Ch. Frehrking)

Hildesheimer Heinrich-Dammann-Stiftung finanziert Achtelstelle für fünf Jahre

Engelbostel/Schulenburg. In Engelbostels Martinskirchengemeinde gibt es erneut einen Grund zum Feiern. „Vor ein paar Tagen klingelte mein Handy und die Heinrich-Dammann-Stiftung rief an“, kann Pastor Rainer Müller-Jödicke es immer noch nicht fassen. Denn der Geschäftsführer der Hildesheimer Stiftung bescherte der Martinskirchengemeinde einen großen Geldsegen: „Fünf Jahre lang will die Stiftung eine Achtel-Diakonenstelle an unserer Martinskirche finanzieren und un-ser Konzept der Kinder- und Jugendarbeit unterstützen“, jubelt der Theologe über die zugesagte Geldmenge im mittleren fünfstelligen Bereich. Die Stiftung verwal-tet das Erbe des Ehepaares Dammann und unterstützt Jugendprojekte auf dem Gebiet der hannoverschen Landeskirche.
Mitte März hatte die Landeskirche Hannovers bereits zugesagt, fünf Jahre lang eine Viertel-Diakonenstelle in Engelbostel zu finanzieren. „Das Geld kommt aus dem Fond Missionarische Chancen, mit dem herausragende Projekte unterstützt werden“, erläutert Ann-Marie Hamburg, die die Jugend im Kirchenvorstand ver-tritt. Das Gremium hatte zu Jahresbeginn das Konzept für die eigenfinanzierte bisher halbe Diakonenstelle weiterentwickelt und verschiedene Anträge auf Drittmittel gestellt. „Von den Mehrkosten haben wir jetzt also schon Dreiviertel zu-sammen“, resümiert die Studentin und ist zuversichtlich, dass die Anträge, die die Gemeinde bei weiteren Initiativen gestellt hat, auch noch bewilligt werden.
„In den letzten Jahren hatten wir in der hauptamtlichen Begleitung unserer Kinder- und Jugendarbeit leider viele personelle Wechsel“, bedauert Florian Stelloh aus der Jugendgruppe. „Weil wir unsere halbe Diakonenstelle allein aus Spenden bezahlen und weil der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen seit nunmehr neun Jahren keinerlei Finanzmittel zur Verfügung stellt, konnten wir bisher nur Zwei-jahresverträge anbieten“, erklärt das Christian Frehrking als Vorsitzender des Kir-chenvorstands. Zukünftig wolle die Kirchengemeinde ihre Verantwortung für Kinder und Jugendliche in Engelbostel und Schulenburg noch besser wahrnehmen und neben dem Gemeindehaus das Engagement in der örtlichen Grundschule ver-stärken und auch das Dorfgemeinschaftshaus neben dem Schulenburger Neubau-gebiet besser in den Blick nehmen. „Das Projekt rund um unsere Engelbosteler Martinskirche soll Martinsengel heißen“, ergänzt Stelloh.
„Die Gutachter der neuen Geldgeber haben besonders unsere Vernetzung im Ort gewürdigt“, erläutert Müller-Jödicke den Erfolg der Antragstellung. Denn auch Stefanie Haller als Grundschulleiterin würde sich freuen, wenn die bestehende Kooperation mit der Kirchgemeinde ausgebaut werden könnte: „Ich wünsche mir, dass die bestehende Pfadfinder-AG für die zweiten Klassen weitergeführt, eine Sommermusical-AG für die dritten Klassen gegründet und ein Schöpfungs-Projekt für die ersten Klassen eingeführt werden kann“, sagt die Grundschulleiterin, deren Schülerinnen und Schüler beim Krippenspiel mitwirken. Über den bestehenden Kooperationsvertrag könne die Schule die zusätzlichen Personalkosten anteilig mittragen.
Auch die Ortsräte hat die Kirchengemeinde eingebunden. Friedhelm Grote als stellvertretender Bürgermeister Schulenburgs sieht mit seiner SPD-Fraktion im Ortsrat, dass das Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche in Schulburg so verstärkt werden könne: „Das ist in den kommenden Jahren besonders wichtig, wenn im Neubaugebiet die Kinderzahlen steigen und ein Jugendtreff fehlt!“ Be-reits im Januar habe seine Fraktion in der Ortsratssitzung die Stadt Langenhagen aufgefordert, das Projekt des Martinsengels finanziell zu unterstützen und hofft auf die Zustimmung des städtischen Jugendhilfeausschusses. Auch Engelbostels Bürgermeisterin Bettina Auras begrüßt das Projekt: „Es ist schön, wenn der Dia-kon bzw. die Sozialpädagogin der Kirchengemeinde sich auch an anderen Orten, zum Beispiel in der Grundschule und auf den Spielplätzen, für die jungen Mitbür-gerinnen und Mitbürger einsetzt!“
Birte Kiesé vertritt neben Stelloh und Hamburg die Jugend in der Findungskom-mission und sagt: „Wir sind mit mehreren hervorragenden Kandidaten im Ge-spräch, die sich beworben haben, und wollen die Stelle bald nach den Sommer-ferien wieder besetzen.“