Medienwirksame Inszenierung

Mehrere Kamerateams vor Ort beim Besuch des Niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister und Sozialministerin Aygül Özkan - hier im Gespräch mit Gregor Brill, Geschäftsführer des Seiorenheims Bachstraße. (Foto: G. Gosewisch)

McAllister und Özkan fördern Altenpflege-Azubis

Langenhagen (gg). Es sei das politische Ziel, den Altenpflege-Beruf attraktiv zu gestalten, sagte der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister bei seinem Besuch in Langenhagen im Seniorenheim Bachstraße medienwirksam, denn diverse Pressevertreter von Funk-, TV- und Print-Medien waren aufgrund der entsprechenden Information aus der Pressestelle des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales vor Ort. „Die Niedersächsische Landesregierung wird die Schulgeldförderung für Schüler an privaten Altenpflegeschulen rückwirkend zum 1. August 2012 auf bis zu 200 Euro monatlich erhöhen. Damit sind alle Altenpflegeschüler in Niedersachsen vom Schulgeld befreit“, so seine Bekanntgabe.
Die Niedersächsische Landesregierung gibt bereits seit dem 1. August 2009 Altenpflegeschülern an privaten Altenpflegeschulen einen Zuschuss zum Schulgeld, an staatlichen Schulen muss ohnehin kein Schulgeld gezahlt werden. Zu Beginn lag dieser bei monatlich 50 Euro, wurde ab dem 1. Februar 2011 auf bis zu 100 Euro und ab dem 1. Februar 2012 auf bis zu 160 Euro monatlich erhöht. Kein so genannter Mitnahmeeffekt durch die privaten Schulträger habe sich eingestellt, das sei in den letzten Jahren beobachtet worden, bestätigt die Niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan vor Ort auf Nachfrage, ganz im Gegenteil, die Schulgeldhöhe sei eher verringert worden.
McAllister betonte, dass die neuerliche Erhöhung der Schulgeldförderung auf jetzt 200 Euro bundesweit einmalig sei. Allein in den letzten drei Jahren sei die Zahl der Auszubildenden in Niedersachsen von 4.600 auf mehr als 6.200 in 2011 gestiegen – ein absoluter Spitzenwert.
Für die Schulgeldförderung werde damit im Haushaltsjahr 2013 insgesamt 4,3 Millionen Euro aus Mitteln des Sozialministeriums bereitgestellt.
„Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in den kommenden Jahren weiter steigen“, sagte Sozialministerin Aygül Özkan und weiter, „nach Angaben des Landespflegeberichts werden im Jahr 2020 etwa 11.000 Pflegekräfte mehr fehlen, als aktuell. Um das aufzufangen, bräuchten wir statistisch in jedem Jahr 1.700 Azubis mehr als bisher.“
Einblick in die aktuelle betriebliche Situation in der stationären Pflege gibt der Geschäftsführer des Seniorenheims Bachstraße Gregor Brill: „Hier wird seit 20 Jahren fortlaufend ausgebildet. Erst seitdem ich bei der Ausbildungsvergütung individuelle Lösungen anbiete, bleiben die Arbeitskräfte nach der Ausbildung im Haus.“ Die Zufriedenheit der Mitarbeiter sei bei der hohen emotionalen und körperlichen Belastung im Arbeitsalltag wichtig. Das bestätigen Katherina Abelmann und Dilber Sömö, beide Azubis. Beide haben vor dem Beginn der Ausbildung bereits lange in der Altenpflege gearbeitet.