Mehr als zuhören und Empathie

Die Paarberatung läuft in der derzeitigen Situtation vor allen Dingen per Video ab.

Lebensberatungsstelle: Beratung in Zeiten des Lockdowns

Langenhagen (ok) Das Team der Langenhagener Lebensberatungsstelle ist auch während oder vielleicht sogar wegen des aktuellen Lockdowns richtig gefordert. Allerdings gibt es gerade keine persönlichen Kontakte in der Ostpassage, sondern nur telefonische oder Video-Beratungen. Für Bernd Buchholz, Leiter der Lebensberatungsstelle, ist es wichtig, auch in Pandemiezeiten ein verlässliches Angebot zu unterbreiten. Unter (0511) 72 38 04 ist die Einrichtung in der Ostpassage zu den Büroöffnungszeiten zu erreichen. Immer montags, dienstags und donnerstags zwischen 8 und 14 Uhr, mittwochs zwischen 9 und 17 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 13.30 Uhr. Mehr Infos gibt es auch unter www.lebensberatung-langenhagen.de. Und Buchholz ist froh, dass es bei der Lebensberatungsstelle Planungssicherheit gibt. So fördert die Region Hannover die Familien- und Erziehungsberatung in Langenhagen bis 2025 im Umfang von 3,2 Vollzeitstellen. Die Stadt Langenhagen hat die Lebensberatungsstelle mit der Umsetzung  beauftragt, und somit wird die Zusammenarbeit fortgesetzt. Die Stadt Langenhagen wiederum fördert die Lebensberatungsstelle Langenhagen weiter im bisherigen Umfang mit 50.000 Euro im Jahr. Zusätzlich wurde im Sommer vergangenen Jahres eine Förderung durch die Stadt über 25.000 Euro pro Jahr über einen befristeten Zeitraum für drei Jahre beschlossen, um die Lebensberatung zu fördern.Denn die Region Hannover fördert nur die Familien- und Erziehungsberatung. Was die Art der Beratung angeht: "Wir tasten uns langsam ran", sagt die stellvertretende Leiterin der Lebensberatungsstelle, Miriam Temme, für die das ganze Procedere ja auch Neuland ist. Viele Paargespräche liefen jetzt über Video, um die veränderte häusliche Situation in der Corona-Pandemie zu analysieren und zu besprechen. Vielen falle die Decke auf den Kof, der Alltag müsse mit Home-Office und Home-Schooling komplett neu organisiert werden. An Beratungen habe es 2020 etwa die gleiche Zahl wie im Jahr davor gegeben. Im Frühjahr, als die Krise begann, allerdings deutlich weniger Beratungen, im Sommer habe es dann einen Rekord an Nachmeldungen gegeben. Corona treibe die Menschen um, und gerade die, die allein lebten, seien besonders belastet. Wegen der Reduzierung der Kontakte sei Vereinsamung ein großes Thema. Ein Problem, dass auch Jugendliche außerhalb des Elternhauses hätten. Miriam Temme: "Die Beratung geht über zuhören und Empathie hinaus. Wir müssen die Situation annehmen, wie sie ist und zwar mit einer konstruktiven Haltung." Im Frühjahr habe es noch positive Rückmeldungen wegen zusätzlicher Zeit für Familie und Freizeit gegeben, das sei jetzt nicht mehr der Fall gewesen. Einfach abzuwarten, dass alles vorbei gehe, sei falsch. Genauso wenig dürfe alles schwarz gesehen, sondern es müssten Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Es sei schon wahnsinnig entlastend, mit jemandem zun sprechen. Bernd Buchholz ist überzeugt: "Die Beratungssituationen werden sich unabhängig von der aktuellen Situation verändern." Aber er gibt auch zu: "Das persönliche Gespräch ist die bessere Möglichkeit, nicht zuletzt, weil wir dafür ausgebildet sind."