Mehr Wertschätzung für Lebensmittel

Der Kultusminister im Gespräch mit Lara (von links), Milena, Marlena Wache, Verein Ackerdemia, Flynn und Mia. (Foto: D. Lnage)

Kultusminister Grant Hendrik Tonne besucht die GemüseAckerdemie an der IGS

Langenhagen (dl). „Für eine Generation, die weiß, was sie isst“ lautet die Vision des gemeinnützigen Vereins Ackerdemia e. V., der mit seinem vielfach ausgezeichneten Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ Kinder und Jugendliche an mehr als 450 Lernorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf den Acker schickt. Die Ausgangslage zur Schaffung des Programms bildete der zunehmende Wissens- und Kompetenzverlust in Bezug auf Herkunft und Produktion von Lebensmitteln, einhergehend mit einer Entfremdung von der Natur, ungesunden Ernährungsgewohnheiten und einer heute nicht mehr tolerierbaren Lebensmittelverschwendung. Hinzu kommt: Viele Obst- und Gemüsesorten stehen größtenteils das ganze Jahr über in den Supermärkten zur Verfügung. Nicht selten mit Transportwegen, die um die halbe Welt führen. Insofern ist das von der AOK Niedersachsen unterstützte Programm „Gemüseackerdemie“ nicht nur als Plädoyer für eine größere Wertschätzung der Lebensmittel zu verstehen, sondern auch für eine Hinwendung zu regionalen Produkten. In der GemüseAckerdemie bauen Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Gemüse an und erfahren auf praktische Weise, wo diese Lebensmittel herkommen, wieviel Arbeit im Gemüseanbau steckt und welche Bedeutung der Natur als Lebensgrundlage zukommt. Den Gemüseacker auf dem Schulgelände der IGS Langenhagen hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7.3 im März dieses Jahres angelegt und haben im Mai mit Aussaat und Bepflanzung begonnen. Dabei bleibt es natürlich nicht. Danach geht es in der Regel pro Woche zusammen mit Projektleiterin Marie Scheibe für eine Doppelstunde auf den Acker. Die Pflanzen und der Acker wollen gepflegt und angesichts der herrschenden Trockenheit vor allem täglich gegossen werden. Gerade Salat und Radieschen beginnen sonst sehr schnell damit, ins Kraut zu schießen. Eine Arbeit, die aus naheliegenden Gründen also auch in den Ferien nötig ist, wofür erfreulicherweise viele Eltern und Großeltern gewonnen werden konnten. Es versteht sch von selbst, auf die im großindustriellen Gemüseanbau üblichen, wachstumsfördernden Maßnahmen zu verzichten. Insektizide und Pflanzenschutzmittel sind tabu, als Dünger kommen ausschließlich Pflanzenreste vom Schulgelände zum Einsatz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Inzwischen wachsen Rote und Gelbe Bete, Mangold, Kohlpalme, Kohlrabi, Tomaten und viele andere Gemüsearten im Schulgarten der IGS. Am Montag dieser Woche stand Ernten und Verköstigung auf dem Stundenplan der Klasse 7/3. Dazu hatten sich die Jugendlichen mit Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne prominenten Besuch eingeladen. Für den Minister war es „ein Termin der besonderen Art, speziell bei diesem Wetter“. Gerne sprachen die Jugendlichen mit dem Minister über ihre Erfahrungen und beantworteten bereitwillig dessen Fragen. Anschließend luden sie ihren Gast zum Probieren ein, wozu sie eigens einen leckeren Gemüsedip mit Kräutern, Frischkäse, Schafskäse und zerkleinerten Walnüssen kreiert hatten.