Meisterlicher Umgang mit der Farbe

Neue Arbeiten von Thomas Ritter in der Galerie Depelmann

Langenhagen. Ein virtuoser Umgang mit der Farbe kennzeichnet das Werk von Thomas Ritter. Der Künstler gestaltet seine großformatigen Gemälde als abstrakte, eigenständige Kompositionen. Übereinander gelagerte, immer wieder neu bearbeitete Farbflächen lassen ihre gegenständlichen Ursprungsmotive – häufig Fotos aus der Natur – allenfalls noch erahnen.
Thomas Ritters Bilder sind geprägt von reinen Farbflächen, die er häufig von den Rändern aus auf die Mitte des Bildes zu arbeitet. Das Zentrum etwa verdichtet sich zu figürlichen oder räumlich wirkenden Strukturen oder bleibt als abstraktes, kaum deutbares Gebilde stehen. In einem Prozess, der sich in der Regel in vielen Arbeitsschritten mit Pausen über einen längeren Zeitraum hinzieht, entstehen so komplexe Bilder, deren Aussage und ästhetische Wirkung sich oft erst auf den zweiten Blick zu erschließen beginnen. Stets wird die Farbe in mehreren Schichten aufgetragen, wird auf bildhauerisch zu nennende Art und Weise modelliert, fast abgetragen, verwischt, neu aufgetragen. Haptisch erfahrbare Höhungen der Farben oder auch einmal Rußspuren werden für Effekte genutzt. Zuweilen erinnern Ritters Bilder an die Farb- und Lichtspiele der Impressionisten, ohne dabei ins Liebliche abzugleiten. Vielmehr scheint das Licht die Farben zu durchdringen und sie zum Leuchten zu bringen.
Thomas Ritter, geboren 1955 in Höxter, lebt zusammen mit Künstlerin Eva-Susann Karsthof und ihren drei Kindern in der Nähe von Hannover und in Västergodland, Schweden. Nach seinem ersten Studium an der Pädagogischen Hochschule Hannover von 1975 bis 1978 folgten einige Jahre sozialpädagogischer Arbeit mit ausländischen Kindern sowie das zweite Staatsexamen für das Lehramt an Hauptschulen. 1984 bis 1989 schloss ein Studium der Freien Kunst an der Fachhochschule Hannover bei Professor Peter Redeker an. Von 1989 bis 1997 nahm Thomas Ritter einen Lehrauftrag für Akt- und Figurenzeichnen an der Universität Hannover wahr. Seine Bilder sind in Ausstellungen in Deutschland, dem europäischen Ausland und in den USA zu sehen.
Die Ausstellung wird am Mittwoch, 9. Oktober, um 11 Uhr mit einem Vortrag der Kunsthistorikerin Frauke Engel eröffnet. Die Veranstaltung läuft bis zum 19. November.