Mensch, Tier und Sachgut retten

Die Sandsäcke mussten befüllt werden. (Foto: P. Graser)

Katastrophenschutzübungen der DLRG Langenhagen

Langenhagen. Auch wenn die DLRG Langenhagen vielen Mitbürgern als Veranstalter des Seefestes und der Nacht der Lichter bekannt ist, so wissen auch noch viele, dass die Rettungsschwimmer im Sommer den Wasserrettungsdienst am Silbersee ehrenamtlich in Angriff nehmen. Aber für viele Langenhagener ist unbekannt, dass sie sich auch im überregionalen Katastrophenschutz engagieren. Und hierzu muss natürlich auch geübt werden.
Dafür boten sich jetzt im Herbst zwei Termine an, am 13. Oktober trafen sich sieben Bootsführer der DLRG Langenhagen mit Gleichgesinnten des Wasserrettungszugs Hannover-Land und der DLRG Ortsgruppe Burgdorf zum gemeinsamen Üben auf der Elbe.
In Hoopte/Winsen wurden drei Motorrettungsboote klargemacht und an einem Fähranleger zu Wasser gelassen. Zunächst wurden Grundfahrmanöver geübt. Für die noch unerfahrenen Bootsführer und Bootsführeranwärter stellte sich schnell heraus, dass sich das „Mann-über-Bord-Manöver" und das Anlegen an einen Steg auf dem strömenden Gewässer deutlich unterscheidet von den Manövern auf hiesigen Binnenseen. Umso wichtiger ist es, dass solche Fortbildungen durchgeführt werden, um Erfahrungen zu sammeln und sich auszutauschen. Denn als Katastrophenschutzeinheit müssen die Bootsführer ihr Material auf allen Gewässern sicher beherrschen können, um Mensch, Tier und Sachgut schützen zu können.
Des Weiteren wurden nach einer Mittagspause das Schleppen und Anfahren ebenso geübt, wie an ein in Fahrt befindliches Boot sicher heran zu manövrieren.
Gegen 17 Uhr endete der Tag an der Elbe und die Boote wurden wieder auf die Trailer verladen. Der Feierabend für die ehrenamtlichen Teilnehmer, die all dies in ihrer Freizeit tun, um im Einsatzfall Anderen helfen zu können, kam um 19.30 Uhr an der Wasserrettungsstation am Silbersee.
Eine Woche später richtete die DLRG Langenhagen einen gelungenen Ausbildungsdienst im Rahmen der Katastrophenschutzausbildung zum Thema Deichsicherung aus. Ausbilder Andreas Klingberg (Teamleiter Einsatzdienste) erläuterte zunächst Theoretisches zum Thema. Zum Beispiel, wie deute ich Schadensbilder am Deich wie Sickerstellen, Böschungsrutschung, Erosion, Sackung oder Überströmung. Welche Gefahren stehen hinter den jeweiligen Schadensbildern und welche Maßnahmen wie etwa Deichfußsicherung, Aufkadung (ist eine zeitweilige Erhöhung einer Deichkrone) oder den Bau einer Quellkade, kann die DLRG gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen durchführen.
Nach der Mittagspause kam der praktische Teil, in dem es darum ging einen 0,5 Meter hohen Sandsackdamm auf dem Bootssteg am Silbersee aufzubauen. Die Herausforderung: wie fülle ich die Sandsäcke, wenn keine Sandfüllmaschine vorhanden ist und wie transportiere ich die Sandsäcke, wenn kein Boot oder LKW mehr an die Einsatzstelle kommt? Die Lösungen auf diese und andere Fragen erarbeiteten die in drei Gruppen aufgeteilten Kameradinnen und Kameraden bei herrlichem Sonnenschein und setzten dies gleich ganz praktisch um.