Mimuse bei Demo AlarmstufeRot! in Hannover

Mitglieder der Mimuse gingen am Mittwoch in Hannover bei AlarmstufeRot! auf die Straße und erklärten sich mit ihren Freunden aus der Veranstaltungsbranche solidarisch. Foto: C. Alder

Viele betroffene Künstler sind Kooperationspartner von Mimuse

Langenhagen. „Die Night of Light im Juni vermochte mit ihren zahlreichen in rotem Licht erstrahlenden öffentlichen Gebäuden durchaus ästhetische Glanzpunkte zu setzen, ein Problembewusstsein zur akuten Notlage vieler Betriebe der Veranstaltungswirtschaft entstand beim Betrachter dagegen eher weniger. Dabei ging es doch genau darum. Zu zeigen, wie sehr die Branche von dem coronabedingten Lock-Down betroffen und in ihrer Existenz bedroht ist, wenn jetzt nicht schnellsten gehandelt wird", sagt Dirk Lange, früheres Vorstandsmitglied der Langenhagener Mimuse, immer noch sehr aktiv und mit anderen Mimuse-Mitgliedern um Franz Gottwald am Mittwoch bei der Demo der Veranstaltungswirtschaft in Hannover dabei, um der eigenen Betroffenheit Ausdruck zu verleihen. Vor allem aber, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. 
Im März dieses Jahren seien sich der Bundesfinanzminister und der Bundeswirtschaftsminister noch einig gewesen, „auch den Kleinstunternehmen und Solo-Selbständigen unter die Arme zu greifen.“ Wirtschaftsminister Altmaier fügte ergänzend dazu: „Die Botschaft an die vielen mittelständischen Unternehmen im Messe- und Gastronomiebereich ist: „Wir lassen euch nicht im Stich.“ Passiert isei aber bisher wenig bis nichts, so die allgemeine Auffassung der betroffenen Betriebe, die seit Monaten ohne Umsätze sind und denen das Wasser mittlerweile buchstäblich bis zum Hals steht, moniert Lange. Daher die konkrete Forderung der Demonstrierenden, die vom Schützenplatz zum Landtags wanderten, an die Regierung: „Die Veranstaltungswirtschaft benötigt dringend eine Perspektive.“
Mit der Demonstration unter dem Motto: #AlarmStufeRot vor dem niedersächsischen Landtag in Hannover machte das Bündnis der einflussreichsten Initiativen und Verbände der deutschen Veranstaltungswirtschaft einmal mehr auf seine prekäre Lage aufmerksam. Das von der Regierung verhängte Veranstaltungsverbot sei, so heißt es, gleichbedeutend mit einem Berufsverbot für die ganze Branche. Die Rede sei hier von dem nach eigener Aussage sechstgrößten Wirtschaftszweig in Deutschland mit 130 Milliarden Euro Umsatz und 1,0 Mio. Beschäftigten, dem seit Beginn der COVID-19-Krise faktisch jede Arbeitsgrundlage entzogen worden sei. Das ist noch nicht alles. Hinzu kommen Zuliefermärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Umsätze, die die Veranstaltungswirtschaft in Hotellerie, Gastronomie oder Einzelhandel generiert, Auch die Mimuse in Langenhagen ist bekanntlich vom Veranstaltungsverbot betroffen. Zehn abgesagte Shows im März und ein Rumpfprogramm im Herbst allein in diesem Jahr infolge der Corona-Pandemie sind die bittere Konsequenz. Auch aus diesem Grund nahm  eine kleine Abordnung der Mimuse an der Demonstration vor dem Landtag teil und erklärte sich mit den Kollegen der Branch wie zum Beispiel LichtKlang Veranstaltungstechnik,  audio coop Veranstaltungstechnik oder der Keil-Mahler GmbH solidarisch.
„Mir geht das alles sehr nah", so Franz Gottwald, langjähriger Vorsitzender der Mimuse, der seine Nachfolgerin Inga Herrmann schon an Bord hat, wegen der Corona-Pandemie aber die Übergabe der Amtsgeschäfte faktisch noch nicht vollziehen konnte. „Das sind Freunde, zum Teil seit Jahrzehnten. Ebenso wie die Künstler und die Agenturen, die Caterer, die Hotelmitarbeiter und viele mehr. Die Shows für Herbst 2020, die nun abgesagt werden, wurden mit bis zu zwei Jahren Vorlauf vorbereitet", gibt Franz Gottwald zu bedenken. In vielen Fällen handele es sich bei den betroffenen Firmen um Familienbetriebe. die einzige MIMUSE September-Show ist die Vorpremiere des kommenden Programms von HG. BUTZKO „aber witzig" am Donnerstag, 10. September, um 20 Uhr im Theatersaal Langenhagen.
Die ursprünglich für September geplante Show BODO WARTKE – „Wandelmut“ - das 6. Klavierkabarett-Programm wird sehr wahrscheinlich auf September 2021 verschoben, ebenso wie die Vorpremiere von Arnuf Ratings „Zirkus Berlin“.
Welche Shows im Theatersaal wie geplant entsprechend den aktuellenHygienebestimmungen stattfinden werdenund welche vom daunstärs in den Theatersaal verlegt sind, ist der Homepage der Mimuse und dem Auftritt in den sozialen Medien zu entnehmen.