Mit dem Kart im Parcours

Die Projektschüler präsentierten mit dem Kart das Ergebnis ihrer Jahresarbeit. Am Kart (Mitte) hilft Organisator Wolfgang Reichel. Neben im unterstützen Andrea Engelbhardt (von links), Claus Holtmann, Klaus-Peter Schwanborn und Klaus Kutsche. (Foto: G. Gosewisch)
 
Die richtige Richtung im Blick: Projektschüler Salih im Parcours.

Projekt der Bürgerstiftung hat Perspektive

Langenhagen (gg). Ein besonderes Finale gestalteten nun 13 Schüler der Pestalozzischule zum Abschluss des Projekts „Do it - Kartbau“. In ihrem vergangenen zehnten Schuljahr verbrachten sie einen Tag pro Woche nicht in der Schule, sondern in einer Kfz-Werkstatt, die von der Bürgerstiftung auf dem Gelände der früheren Eilers Werke in Hannover/Ledeburg gefördert wird. Organisator Wolfgang Reichel hat das Wirtschaftsklub-Konzept, bei dem etwas handwerklich gebaut wird, was zu benutzen ist und auch Spaß macht, umgesetzt. Ideengeber war vor gut zwei Jahren Olaf Krause und realisiert wurde nun, wie im Projekt-Jahr zuvor, ein Kart – eine motorisierte Seifenkiste. Mit Stolz präsentierten die Schüler das Ergebnis ihrer Arbeit. Förderer und Unterstützer waren vor Ort, um den Abschluss gebührend zu feiern. Andrea Engelhardt, Leiterin der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen (Pestalozzischule), zeigte sich glücklich über die Arbeit der Schüler und kündigte für die Fortsetzung des Projekts eine Kooperation mit der Brinker Schule an.
Claus Holtmann, Präsident der Bürgerstiftung, gratulierte und sagte: „Da geht mir das Herz auf. Junge Leute wissen manchmal selber nicht, was sie können, bevor sie es nicht ausprobiert haben. Hier hatte sie die Möglichkeit.“ Bürgermeister Mirko Heuer lobte das Engagement der Schüler und lud sie zu einem gemeinsamen Besuch einer professionellen Kart-Bahn unter dem Motto „Schlag den Bürgermeister“ ein. Ebenso launig und mit guter Stimmung präsentierten die Schüler ihr Kart in einem Geschicklichkeits-Parcours für die Gäste. Ausgestattet mit vier Zylindern und drei PS ging es flott durch die Schikanen. Dabei war Fahrgefühl bei dem von Tempo 60 auf Tempo 30 gedrosselten Motor gefragt. „Das Kart ist sehr leicht, da geht bei der Beschleunigung die Post ab“, so der Tenor unter den Schülern. Sie sind stolz auch auf das Design: ein schickes Schwarz und eine lang gezogene Bauweise.
„Das fährt auch mit drei Rädern“, sagt Projektschüler Salih und berichtet von einer Testfahrt, bei der in der Kurve in Rad abgefallen sei. „Das habe ich erst gar nicht bemerkt, weil das Kart trotzdem stabil war. Erst als die anderen gewunken haben, bin ich vom Gas gegangen und habe ausrollen lassen.“ Die Metallarbeiten machten ihm richtig Spaß. „Schweißen oder Flexen, egal“, ergänzt er. Jeder Schüler hat im Rotationsprinzip in der Werkstatt verschiedene Arbeitsschritte kennengelernt. Neben Organisator Wolfgang Reichel gaben Klaus Kutsche, Martin Dünsing und Klaus-Peter Schwanborn Anleitung. Mehrere Förderer unterstützen das Projekt mit Geld- und Sachspenden. Der bekannte Fotograf Bernd Hauers spendete ein Kart mit Elektromotor. Es hätte ausgeschlachtet werden dürfen, wurde aber als Lehrstück für weitere Antriebsarten genutzt. „Nun haben wir eine voll eingerichtete Werkstatt, fertige Karts und weiteres Material. Es wäre schade, wenn dies für Schüler nicht weiter zu nutzen wäre“, sagt Wolfgang Reichel. Er schaut auf die Schienen, die das alte Werksgelände durchkreuzen und ergänzt: „Ideen gibt es genug, vielleicht bauen wir einfach mal eine Draisine? Die passt hierher und vielleicht kann man sie später mal vermieten.“