Mit Dieselross und Drahtesel

Mit Fahrrad und Planwagen ging's auch an der südlichen Gemarkungsgrenze Engelbostels entlang.
 
Ein Höhepunkt der Tour war sicherlich der Besuch der Sami-Moschee.

SPD erkundet Engelbostels südliche Gemarkung

Engelbostel. Wer im Süden seines Heimatortes Wärme und orientalische Bauten erwartet, liegt als Engelbosteler genau richtig. Davon konnten sich jetzt 45 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Fahrrad- und Planwagentour überzeugen. Dazu eingeladen hatte die SPD-Abteilung Engelbostel, die damit ihr Versprechen der vorjährigen Tour ins nördliche Engelbostel – die Heimatkunde fortzusetzen – einlöste. Unter Führung von Wilhelm Eike – der mit seinem Oldtimer-Trecker „Fendt Dieselross“ den Planwagen des Treckerklubs zog – ging es zunächst los in Richtung Berenbostel. Am Hundesportvereinsgelände vorbei, über holprige Feldwege und durch eine prächtige Eichenallee, schließlich über die Autobahn und über den Mittellandkanal erreichte die Truppe das erste Ziel in der Nachbarstadt Hannover, das enercity HolzenergieCenter auf dem Gelände des Heizkraftwerkes Stöcken. Hier wird die Abwärme des Kraftwerkes genutzt, um Brennholz-Scheite und Hackschnitzel, die vor Ort gesägt und gespalten werden, zu trocknen. Dazu stehen vier Trocknungscontainer zur Verfügung, in welchen bei 175 Grad Celsius innerhalb von sechs Tagen das Brennholz so getrocknet wird, dass es sofort zum Heizen verwendet werden kann – im Freien würde dies mindestens zwei Jahre dauern. Mit dem Heizmaterial werden Krankenhäuser und Schulen beliefert, aber auch Privatabnehmer können direkt ihren Bedarf decken.
Nach einer halben Stunde rauchten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur die Köpfe von der Wärme neben den Trocknungscontainern, sondern auch von den kompetenten technischen Erläuterungen der enercity-Mitarbeiterin, die abschließend besonders stolz berichtete: „Unser Projekt zur Nutzung der Abwärme des Kraftwerkes trägt derart zur Klima- und Umweltschonung bei, dass es sogar mit EU-Mitteln gefördert wird.“
Weiter ging es die südliche Gemarkungsgrenze Engelbostels entlang, bis in das Wohn- und Industriegebiet Hannovers „Schwarze Heide“. Ein absoluter Höhepunkt war dort der Besuch der Sami-Moschee. Dieses Gotteshaus der Ahmadiyya Muslim Gemeinde (AMJ) wurde 2008 fertig gestellt und bietet auf einer Gesamtgebetsfläche von mehr als 390 Quadratmetern Platz für etwa 300 Personen, was etwa der Anzahl der Mitglieder in Hannover dieser Glaubensgemeinschaft entspricht. In dem mit schweren Teppichen ausgelegten Gebetsraum erläuterten Naweed Asif und Ansar Khan Grundwissen zum Islam. Besonderen Wert legten sie auf die Ausführung: „Frieden, Sicherheit und Ordnung werden als wesentliche Voraussetzungen für den materiellen, moralischen und geistigen Fortschritt der Menschheit betrachtet, sie sind wichtige Charakterzüge des Islam."
Mit einer herzlichen Einladung zum Tag der Offenen Tür am 3. Oktober von 11 bis 18 Uhr wurden die Ausflügler verabschiedet.
Besonders interessant waren im Verlaufe der Heimfahrt die Ausführungen von Wilhelm Eike zum Grenzverlauf zwischen Engelbostel, Hannover und Schulenburg, der oft verwirrend anmutet. Nicht selten müssen Engelbosteler Landwirte, um auf ihren Acker zu gelangen, über Schulenburger Gebiet fahren.