Mit freudigen Rhythmen nach Hause gehen

Die Kinder haben gemeinsam etwas Großes geschaffen.

Der Mond scheint silberhell in der Kirche von Godshorn

Godshorn. Am Freitag und Sonnabend des letzten Februarwochenendes warteten die Kinder und Jugendlichen der Godshorner Musicalgruppe conVOICE und die Mitglieder der Band conTAKT gespannt, dass die Glocken der Kirche „Zum Guten Hirten“ zu läuten aufhörten und die Vorstellungen des Afrika-Musicals „Kwela, Kwela!“ beginnen könnten. Der Zuschauerraum war schon seit dem Einlass in stimmungsvolles Licht getaucht, aus den Lautsprechern erklangen afrikanische Melodien, dann konnte es endlich losgehen, und die kleinen und großen Tiere der Savanne betraten die Bühne und entführen die Besucher in eine farbenprächtige Erzählung.
Aus allen Himmelsrichtungen strömen Zebras und bunte Vögel herbei, um der großen Konferenz beizuwohnen, die der König, George der Löwe, ausgerufen hatte. Das Thema der Debatte: das ausgetrocknete Wasserloch. Das große Orakel weiß letztlich Rat: Die Tiere beginnen gemeinschaftlich nach dem Wasser zu graben und sind erfolgreich! Doch leider ist die Freude nur von kurzer Dauer, denn kaum ist die Sonne am nächsten Morgen wieder aufgestiegen, ist das Wasser wieder verschwunden. Als auch das Aufstellen einer Nachtwache nicht vor den Wasserdieben schützt, denn hierbei geht es eindeutig gespenstisch zu, entscheidet der König erneut das Orakel zu befragen: „Nehmt den Hasen!“. Nach kurzer Verwirrung ist klar, was diese mysteriöse Prophezeiung bedeuten soll, Tschipo der Buschhase, der sich als Künstler zuvor zu fein war beim Graben zu helfen, soll die nächste Nachtwache halten. Und siehe da: Als Tschipo sein nächtliches Flötenstück anstimmt, sind die Gespenster ganz bezaubert, sie beschließen nicht mehr das Wasser zu stehlen, wenn sie weiterhin der wunderbaren Musik lauschen können, denn eigentlich ärgern sie die Tiere nur, um sich selbst die Langeweile der Ewigkeit zu vertreiben. Aber so ist es doch viel schöner, da beide Seiten etwas zu diesem Frieden beitragen. Und Musik ist die schönste Friedensbekundung, die sich die Tiere vorstellen können.
Obwohl die meisten Kinder nicht das erste Mal dabei waren, lernten doch alle gleichermaßen: Man muss zusammenhalten, um etwas Großes zu schaffen und jeden mit seinen Fähigkeiten achten. Sei es das Ziel nach Wasser zu graben oder gemeinsam ein Musical auf die Beine zu stellen, man muss aufeinander Acht geben und die Kraft der Musik leben.
Die Arbeit, die alle Beteiligten über ein Jahr in das Projekt investiert haben, hat sich ausgezahlt, die Besucher der beiden Aufführungen waren begeistert und die Kirche voll besetzt. Viele Zuschauer sind Angehörige, aber zahlreiche Godshorner sind auch Stammgäste bei den jährlichen Musicalaufführungen in der Kirche. „Ich bin dankbar mit so freudigen Rhythmen nach Hause zu gehen“, berichtete eine Zuschauerin.
Schon seit 2011 besteht das Projekt, das Klein und Groß die Möglichkeit bietet auf der Bühne zu stehen. In all den Jahren hatte das Organisationsteam das große Glück, dass Claus Ulrich sich so für die gemeinnützige Arbeit interessiert hat. Er hat immer wieder über die Aufführungen von conVOICE und conTAKT im Radiosender „Leinehertz“ berichtet und weitere Berichterstattungen des Regionalfernsehen h1 vermittelt, sodass die Werbung noch weitere Kreise schlagen konnte. Nun sind die Berichte wunderbare Erinnerungen an die vergangenen Projekte, die man auf der Internetseite www.voicecontakt.de Revue passieren lassen kann. Um sich für die wunderbare Unterstützung zu bedanken, hat ihm das Team am zweiten Musicalabend eine Urkunde als Erinnerung an die bisherigen Projekte überreicht.