Mit Graffiti Zeichen setzen

Jan Müller hat schnell reagiert. (Foto: G. Spier)

Gegen Rassismus: Hassbotschaften übersprüht

Kaltenweide. Schnell reagiert: Nachdem der Jugendtreff Kaltenweide wiederholt mit rechtsextremen Schmierereien, unter anderem mit einem Hakenkreuz, verunstaltet wurde, hat der Langenhagener Jugendliche Jan Müller, der am StreetArt-Projekt „Aus Grau wird Bunt“ der Kulturstiftung Langenhagen teilnimmt, die Hassbotschaften kurzerhand übersprüht.
Unter der Projekt-Leitung von Gabriele Spier und Ulrike Jagau sowie des hannoverschen Graffiti-Künstlers Jonas Wömpner hat das sich ehrenamtlich engagierende „Aus Grau wird Bunt“-Team bereits verschiedene Flächen in Langenhagen verschönert – so auch im vergangenen Jahr Teile der Außenfläche des Jugendtreffs Kaltenweide, deren Graffitis nun wieder beschmiert wurden. Dank Jan Müller ist von den rassistischen Symbolen nun nichts mehr zu sehen.
„Wir danken Jan Müller und Gabriele Spier ganz herzlich für ihren schnellen Einsatz“, freut sich Andreas Lachmann, der die Jugendtreff-Angebote der Abteilung Kinder, Jugend, Schule und Kultur der Stadt Langenhagen koordiniert, über die schnelle Hilfe. „Mit der Restauration der Graffitis möchten wir auch darauf aufmerksam machen, dass wir uns konsequent gegen Rassismus wenden. Unsere Häuser und Angebote sind für alle jungen Menschen aus Langenhagen offen und sollen der Vielfalt jugendlicher Lebenswelten gerecht werden. Diese rechten Symbole und Botschaften sind Angriffe auf unsere Offenheit und Vielfalt. Sich dagegen zur Wehr zu setzen, ist auch unsere gesellschaftliche Verantwortung“, ergänzt Lachmann.
Dem pflichtet Jonas Wömpner bei: „Seit Jahren setze ich mich gegen Vorurteile und Rassismus ein. Dementsprechend steht auch meine Arbeit für die Vielfalt der Graffiti-Kunst. Was nun in Kaltenweide geschehen ist, macht mir deutlich, nicht mit meinem Einsatz aufzuhören.“
Eine komplette Überarbeitung der beschädigten Graffitis durch die Jugendlichen von „Aus Grau wird Bunt“ soll zeitnah folgen. Daneben steht das Thema der rassistischen Schmierereien auf der Tagesordnung, wenn die Träger der offenen und mobilen Jugendarbeit aus Langenhagen wieder zum Austausch mit der Polizei zusammenkommen. „Wichtig ist es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, möchte man rechtsextremen Tendenzen in der Gesellschaft begegnen und vorbeugen. Darüber zu sprechen und unseren Beitrag dazu zu leisten, ist auch eine fachliche Anforderung an uns Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit“, ist sich Andreas Lachmann bewusst.