Mit Respekt – Impfen gehört dazu

Offene Gesellschaft fordert Minderheit zum Umdenken auf

Langenhagen. „Wer Respekt für sich fordert, sollte auch anderen den nötigen Respekt entgegenbringen. Und das kann in der gegenwärtigen Situation nur heißen, sich impfen zu lassen und damit Leben zu retten“, sagt Andrea Hesse von der Offenen Gesellschaft Langenhagen. „Niemand will wieder einen Lockdown. Und die übergroße Mehrheit in unserem Land hält eine Impfung für den einzig möglichen Weg aus der Krise – genau wie die Wissenschaft.“
Das Engagement für gegenseitigen Respekt, der für eine funktionierende Demokratie grundlegend ist, gehört zu den Hauptanliegen der Initiative „Offene Gesellschaft Langenhagen“ (www.offene-gesellschaft-langenhagen.de). „Wir haben vor diesem Hintergrund kein Verständnis für diejenigen, die durch Impfverweigerung verhindern, dass die Seuche endlich wirksam bekämpft werden kann“, sagt Mitstreiter Wolfgang Kuschel.
Unterstützung erhält die Offene Gesellschaft von Langenhagens stellvertretender Bürgermeisterin Elke Zach, die mit den Johannitern unterwegs ist, um an verschiedenen Orten Menschen zu impfen. Zach bedauert es, dass weiterhin zu wenige Erstimpfungen stattfinden: „Es gibt immer noch eine verbreitete Angst vor dem Impfstoff. Dabei sind die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna schon seit vielen Jahren in der Entwicklung.“ Die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung mit jahrzehntelanger Praxis möchte Mut machen: „Die festgestellten Nebenwirkungen liegen nur im Promillebereich – das wissen wir nach vielen Millionen Impfungen. Wer sich impfen lässt, schützt sich und vor allem viele andere.“
Für die Offene Gesellschaft Langenhagen sind die wirklichen Opfer des Streits um das Impfen nicht diejenigen, die sich selbst gerne als Opfer von Politik, Medien, Mainstream und angeblich ahnungsloser Mehrheit inszenieren. „Opfer sind all die, die jetzt in der vierten Welle schwer erkranken oder sterben, die erneut ihr Leben einschränken müssen, vor allem Kinder und Jugendliche, oder die ihre Arbeit verlieren“, sagt Ute Braedt von der Offenen Gesellschaft.

Demokratie funktioniere nicht nur dadurch, dass die jeweilige Mehrheit die Ansichten von Minderheiten respektiere, sind die Aktiven der Offenen Gesellschaft überzeugt. Demokratie beruhe vielmehr auch darauf, dass Minderheiten bereit seien, Übereinkünfte der Mehrheit zu akzeptieren und ihnen im Sinne des Gemeinwohls und des Respekts für Mitmenschen zu folgen – auch dann, wenn sie ihnen im Einzelfall nicht passen. Ausdrücklich von dieser Forderung ausgenommen seien diejenigen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen.

„Wir wissen, dass sich manche unter den Impfgegner*innen in eine bestimmte Ecke gedrängt fühlen, zum Teil tatsächlich besorgt sind oder sich sogar radikalisieren. Wir hoffen aber, dass sie sich dennoch zu einem gesellschaftlichen Konsens bereitfinden“, betont die Langenhagener Initiative. „Es gibt keine Freiheit, andere zu gefährden – sich impfen zu lassen, ist auch ein Zeichen der Verantwortung und der Solidarität.“ Jede Gesellschaft brauche ein Mindestmaß an Zusammenhalt und eben: Respekt voreinander.