Mit unverwechselbarer Rauheit

Immer auf dem Teppich geblieben: Klaus Lage.Foto: D. Lange

„Alleingang“: Kultsänger Klaus Lage auf Solotour

Langenhagen (dl). Klaus Lage ist derzeit in Deutschland im „Alleingang“ unterwegs, um sein gleichnamiges neues Album vorzustellen. Seine Solotour; die erste, seit er zu Beginn seiner Karriere in Berlin durch die Kneipen und kleinen Clubs tingelte, führte ihn am Sonntag in den Langenhagener Theatersaal. In den 70erJahren begann Klaus Lage Musik zu machen; der gebürtige Soltauer hatte mit selbstironischen Liedern wie „Alle hams geschafft außer mir“ erste regionale Erfolge. "Der Kontakt zum Publikum ist auf den kleinen Bühnen sehr viel direkter, und man muss die Leute auch schon mal mit kleinen Pointen in seinen Texten unterhalten, damit sie einem zuhören", weiß Lage. Seine Cover-Versionen bekannter Songs wie Janis Joplins „Mercedes Benz“ und Bob Segers „Turn the Page“ bleiben zwar immer nah am Original, bekommen aber trotzdem mit dem deutschen Text einen eigenständigen Charakter. Der große Durchbruch gelang ihm in den 80er Jahren mit Songs wie „Monopoly“, „Mit meinen Augen“, „Schweißperlen“ und vor allem mit „Tausendmal berührt“, seinem kommerziell erfolgreichsten Titel. Seine raue Stimme hat nichts an Kraft verloren und ist nach wie vor unverwechselbar. Überhaupt ist Lage immer auf dem Teppich geblieben, das Jet-Set Highlife ist nicht sein Ding, und in den Klatschspalten der Yellow Press wird man ihn nicht finden. Lieber gehe er mit den Kumpels ein Bier trinken. Insofern hat die Bavaria-Filmgesellschaft in ihm auch den einzig Richtigen gefunden, der die Musik und die Titelsongs zu den beiden „Schimanski“-Kinofilmen schreiben konnte. Der Titel „Faust auf Faust“ ist deshalb zu Recht ebenso bekannt und erfolgreich wie viele andere aus dieser Zeit. Klaus Lage muss also nichts mehr beweisen und tourt nun solo durchs Land, mit Liedern, die Innenansichten bieten und sich thematisch mit den Stationen seiner Karriere und seines Lebens befassen. Der erste Kuss, die erste Liebe, die enge und etwas miefige Kleinstadt, die kleinen Dinge des Alltags spielen darin eine Rolle, aber vor allem das Unterwegssein und die Folgen, die sich in den Beziehungen daraus ergeben. Unter anderem die schmerzvolle Erkenntnis, dass das Tourneeleben eines Künstlers eben nicht unbedingt „familienkompatibel“ ist.
Leider war der Theatersaal nur halbvoll, sodass die Gesangsunterstützung des Publikums bei der „Lagerfeuerversion“ von „Tausendmal berührt“ nicht ganz so kraftvoll war wie gewünscht. Sei’s drum, die rund 250 Zuschauer dankten es dem Sänger mit stehenden Ovationen und holten ihn zu vier Zugaben wieder zurück auf die Bühne.