Mit viel Herzblut betrieben

Café Monopol feiert 25. Geburtstag

Langenhagen (dt). 25 Jahre Café Monopol sind ein Anlass zu feiern. Denn diese 25 Jahre widerlegen den Vorwurf, die Jugend würde sich nicht für ihre Interessen einsetzen. Und diese 25 Jahre bestätigen das Konzept, das hinter dem Café steht. Das Café Monopol ging 1986 aus dem Café „Titanic“ an der IGS Langenhagen hervor. Als Träger wurde der „Verein zur Förderung von Jugend und Kultur“ gegründet und am 13. Dezember 1986 wurde das Café Monopol im Haus der Jugend am Langenforther Platz in Langenhagen eröffnet. Seit einem Vierteljahrhundert wird das Café Monopol nun schon von Ehrenamtlichen unentgeltlich und mit viel Herzblut betrieben. Immer schon fanden und finden regelmäßig verschiedene Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Kabarett, Lesungen, Zauberabende, Diskussionsabende, Themenabende und Theaterveranstaltungen statt. Bereits Ende der 80er Jahre stand ein öffentliches Computerterminal im Café, an dem gechattet und auf verschiedene Netze zugegriffen werden konnte. Das Café war und ist ein Ort internationaler Begegnungen. Türkische und griechische Jugendliche tanzten gemeinsam zur Musik ihrer Heimatländer, Künstler hatten ihre ersten Auftritte im Café Monopol und gingen ihren Weg und beim Videomagazin „Splitter“ wurden Ereignisse aus Langenhagen auf Video dokumentiert und im Café gezeigt.
In den 90er Jahren wurde die Jugendkulturarbeit im Café intensiviert, und das Café stellt für kulturschaffende Jugendliche ein wichtiges Kommunikationszentrum dar. So wurden im Café der Tom-Cörry-Clubabend kreiert (eine Plattform für Langenhagener Bands mit einer eigenen CD-Reihe) und die großen Konzerte im Sommer am Silbersee („Rock am See“) in Angriff genommen. Die Veranstalter wurden von der Stadt mit dem Jugendkulturpreis geehrt. Da das Kulturprogramm immer von jungen Cafébesuchern mitgestaltet wurde, spiegelt es aktuelle Bewegungen und den Zeitgeist von Jugend(sub)kultur wieder. Deshalb funktioniert das Café auch immer noch. In den vergangenen Jahren wurde im Café Monopol das erfolgreiche Konzept der Jugendkulturarbeit bis heute fortgeführt. Es fanden weiterhin regelmäßig Konzerte, Partys, Filmabende und Podiumsdiskussionen statt. Immer schon hatte das Café Monopol öffentliche Stellung zu wichtigen aktuellen gesellschaftlichen Geschehnissen genommen. Ein beliebtes Medium stellte dabei neben Zeitung, Funk, und Fernsehen das Medium Transparente (Transpa) am Cafébalkon dar. Dabei wurden auch kritische Meinungen wie „Weihnachten, das Fest des Geldes“ oder engagierte Anmerkungen wie „Castor nix da!“, „Fuck Chirac“, „Pogrome in Rostock – Lichtenhagen ist überall“ und „Wir sind dagegen“ geäußert. In den 80ern ließen sich sogar Ratsleute dazu hinreißen ein Transparent mit der Aufschrift „SPD, CDU und REP – alles ist der gleiche Dreck“ von der Café-Terrasse zu entfernen, mit dem Ergebnis, dass dort - ehe sie sich versahen – ein Neues hing mit der Aufschrift „Frohner und Kanzler – klaun unser Transper!“
Das Café wurde im Laufe der Jahre immer wieder mit Provokationen von rechten Jugendlichen konfrontiert. Es gab Bedrohungen, brutale Übergriffe auf Cafébesucher und den Thekendienst. 1992 drohte sogar ein Bürger einem Rockkonzert mit der Schrotflinte den Schlussakkord zu setzen, falls die Musik im Café nicht freiwillig aufhöre. 2001 fand in den Räumen des Cafés das erste konstituierende Treffen vom Bündnis „Langenhagen gegen rechte Gewalt" statt und die Ausstellung „Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland“ wurde 2002 in den Räumen des Cafés gezeigt.
Ein besonderes Angebot im Café ist der so genannte „Bärenhunger“. Dabei helfen junge Menschen Kindern nach dem Motto „youth4kids“, indem sie montags bis freitags einen zentralen, offenen Mittagstisch und einen Anlaufpunkt für Kinder in Langenhagen bieten. Das Angebot richtet sich an bedürftige Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren, denen aus unterschiedlichen Gründen weder zu Hause noch in einer Einrichtung ein warmes Mittagessen bereitsteht.
Dem Verein werden von der Stadt Langenhagen die Räumlichkeiten für das Café mietfrei zur Verfügung gestellt – die Kosten für Gas, Wasser, Strom werden ebenfalls von der Stadt getragen. Darüber hinaus wird das Café mit 6.000 Euro im Jahr von der Stadt Langenhagen gefördert. Die übrigen laufenden Kosten und der Kulturbetrieb werden durch die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf bestritten, wobei das Ziel ist, möglichst günstige Preise insbesondere bei alkoholfreien Getränken anbieten zu können.
Das Programm am Café-Geburtstag soll deshalb auch ein Dankeschön an alle aktuellen und ehemaligen AktivistInnen und SympathisantInnen sein:
Am Mittwoch (14. Dezember, 19 Uhr) wird der Dokumentarfilm „Geister der Vergangenheit – Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Hannover“ gezeigt. Das Aktionsbündnis „Langenhagener gegen rechte Gewalt“ feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen und da dieses Bündnis im Café Monopol gegründet wurde, wird der Abend in Kooperation veranstaltet.
Am Donnerstag (15. Dezember, 16 Uhr) werden in gemütlicher Runde der Verein zur Förderung von Jugend und Kultur, das Café, die Aktivitäten und die Möglichkeiten einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Am Freitag (16. Dezember, 20 Uhr) werden Constance Rudert und Chris Glen ein Konzert geben.
Am Sonnabend (17. Dezember, 19 Uhr) steht schließlich der offizielle Teil auf dem Programm. Gemeinsam mit Mitgliedern und Freunden des Vereins sowie mit den Honoratioren der Stadt soll das 25- jährige Jubiläum begangen werden. Anschließend werden die DJs Nighttrain und Tausendsascha, ihre musikalische Sichtweise von 25 Jahren Café Monopol auf dem Plattenteller darlegen.
Am Sonntag (18. Dezember, 20 Uhr) wird im Rahmen einer Open-Stage-Veranstaltung die Bühne des Café Monopol allen Musikern, Poeten, Tänzern und anderen Kulturbegeisterten zur Verfügung stehen.