Moin, moin in Engelbostel

Pastor Rainer Müller-Jödicke bei seinem Vorstellungsgottesdienst in St. Martin zu Engelbostel. Foto: E. A. Nebig

Pastor Rainer Müller-Jödicke stellte sich der Martinsgemeinde vor

Engelbostel (ne). Nachdem Pastor Lothar Podszus lange Jahre an der St. Martin Kirche in Engelbostel gewirkt hatte, entschloss er sich unlängst für ein neues Wirkungsfeld. Seine Stelle wurde vakant und ausgeschrieben. Nicht mehr lange, denn es gab Bewerber, und zudem wurde dem Kirchenvorstand ein junger, bereits ordinierter Pastor empfohlen, der zur Zeit noch in Hipstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme) die dortige kleine Dorfgemeinde betreut und in Bremervörde am Gymnasium Religionsunterricht erteilt. Der war auf der Suche nach einer Pfarrstelle in der Region, da seine Ehefrau Lehrerin ist und aus Hannover stammt. Der Kirchenvorstand der Martinsgemeinde Engelbostel – zu der auch die Ortschaft Schulenburg gehört - entschied sich für diesen Kandidaten. Pastor Rainer Müller-Jödicke stellte sich jetzt der Gemeinde im Gottesdienst vor und hielt seine so genannte Aufstellungspredigt, wie es die Kirchenordnung vorschreibt, denn jedes Gemeindeglied kann nach dieser Predigt binnen sechs Tagen schriftlich Einspruch erheben. Die Engelbosteler Gemeinde erlebte im sehr gut besuchten Gottesdienst einen jungen, redegewandten, sympathischen Geistlichen, der Fragen nach dem Glauben an Gott und dessen Sohn, Jesus Christus, stellte, dessen Leben und Leiden rund um Ostern er eindringlich schilderte und sich dabei auf das 14. Kapitel des Markus-Evangeliums stützte. "Eine Predigt, bei der einem nicht die Augen zufielen, sondern die aufrüttelte", meinte ein Senior nach dem Gottesdienst. Doch nicht nur er, sondern sehr viele der Anwesenden waren angetan, das wurde nach dem Gottesdienst beim Kirchenkaffee im Gemeindehaus deutlich. Pastor Müller-Jödicke war umringt, musste viele Fragen beantworten und blieb geduldig sowie gelassen. Ihm, einem gebürtigen Ostfriesen, der in Aurich aufwuchs und das Plattdütsche beherrscht, fiel das offensichtlich nicht schwer. Er studierte unter anderem in Göttingen, war Vikar in Artlenburg an der Elbe und absolvierte zwei Sondervikariate in der Lektorenausbildung am Deutschen Bundestag, für dessen Mitglieder er Andachten und Gottesdienste abhielt. Nun darf sich die Martinsgemeinde auf ihn freuen, vorausgesetzt, niemand widerpricht seiner Anstellung ab dem 1. August. Er selbst machte seine Empfindungen am Palmsonntag mit dem Satz deutlich: „ Für mich ist es wunderbar, in Engelbostel sein zu dürfen“. Nun, er predigte im Gotteshaus einer Ortschaft, deren Alter angesehene Historiker auf mehr als 1.000 Jahre schätzen und deren Gotteshaus die Mutterkirche der Marktkirche St. Georg zu Hannover ist. Übrigens schließt sich ein Kreis. Pastor Podszus wirkte in Bingum und Hollen in Ostfriesland, ehe er seinen Dienst in der Martins-Gemeinde in Engelbostel antrat, um schließlich einem jungen Ostfriesen Platz zu machen. Also dann: „Moin, moin in Engelbostel“, Pastor Müller-Jödicke.