MTU Aero Engines übertrifft Ergebnisziele in 2010

München, 23. Februar 2011.Die MTU Aero Engines hat ihre Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2010 übertroffen: Der operative Gewinn1 stieg von 292,3 Mio. € im Jahr 2009 um 7 % auf 311,3 Mio. € und damit über die im Jahresverlauf erhöhte Ergebnisprognose von 310 Mio. €. Um 0,3 Prozentpunkte auf 11,5 % verbessert hat die MTU ihre Umsatzrendite. Damit hat sie erneut ihre hohe Ertragskraft unter Beweis gestellt. Über dem Vorjahreswert und höher als der Zielwert von 140 Mio. € lag der Gewinn nach Steuern mit 142,2 Mio. € (2009: 141,0 Mio. €). Der Umsatz wuchs um 4 % auf 2,71 Mrd. € (2009: 2,61 Mrd. €) und lag damit leicht unter den prognostizierten 2,75 Mrd. €. Ihre Free Cashflow-Prognose, die im Laufe des Jahres nach oben angepasst wurde, hat die MTU deutlich übertroffen: Der Free Cashflow erreichte mit 144,8 Mio. € (2009: 120,2 Mio. €) 21 % mehr als die prognostizierten 120 Mio. €. Den vorläufigen Jahresabschluss stellte die MTU auf der Jahres-Pressekonferenz am Mittwoch, 23. Februar 2011, vor.
„Die Konjunktur hat sich 2010 spürbar erholt. Das hat auch der Luftfahrtbranche Rückenwind verschafft. In diesem Umfeld hat die MTU dank ihrer hervorragenden Marktpositionierung sehr erfolgreich agiert“, kommentierte Egon Behle, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines Holding AG. „Der Markt wird 2011 weiter wachsen. Davon wird auch die MTU profitieren. Im Ersatzteilgeschäft und in der MRO sind wir schon gut ins neue Jahr gestartet.“

Ausblick 2011
Experten rechnen damit, dass sowohl der Passagierverkehr als auch das Frachtaufkommen 2011 weiter zunehmen – getragen vom asiatisch-pazifischen Raum und dem nordamerikanischen Kontinent. In beiden Regionen ist die MTU gut positioniert – auch mit Unternehmen vor Ort. Die Marktentwicklung dürfte sich daher in der Entwicklung des Unternehmens widerspiegeln: 2011 rechnet die MTU mit einem Umsatzanstieg um 7 bis 8 %. Dazu soll das zivile Seriengeschäft mit einem Umsatzplus von 15 bis 20 % am stärksten beitragen. Ein Umsatzzuwachs von 5 bis 10 % wird im Ersatzteilgeschäft erwartet. Im militärischen Triebwerksgeschäft wird der Umsatz voraussichtlich um 10 % zurückgehen. Der Umsatz der zivilen Instandhaltung dürfte um 5 bis 10 % zunehmen. Die Ertragskraft der MTU soll weiter hoch bleiben: Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) und der Gewinn nach Steuern (Net Income
bereinigt) werden auf dem Niveau von 2010 erwartet. Die MTU wird auch 2011 hohe Zukunftsinvestitionen tätigen, die den Forschungs- und Entwicklungsaufwand für die neuen Programme voraussichtlich um 10 bis 15 Mio. € ansteigen lassen. Zudem steigen die Investitionen in Sachanlagen um etwa 25 Mio. €, unter anderem für den Neubau einer Produktionshalle in München und die Erweiterung des Programmportfolios der zivilen Instandhaltung. Dennoch soll der Free Cashflow mindestens
100 Mio. € betragen.

Deutlicher Umsatzzuwachs im zivilen OEM-Geschäft
Zum Umsatzanstieg 2010 hat insbesondere das starke Wachstum des zivilen Triebwerksgeschäfts beigetragen. Hier hat die MTU den Umsatz um 12 % auf 1.177,6 Mio. € verbessert (2009: 1.053,7 Mio. €). Die größten Umsatzanteile im Neu- und Ersatzteilgeschäft entfielen auf die Programme V2500 für die Airbus A320-Familie, PW2000 für die Boeing 757 und C-17 sowie CF6-80C für die Boeing 747 und die Airbus-Typen A310 und A330. Der A380-Antrieb GP7000 gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Verzögerung des Boeing 787 Dreamliners hat zu Umsatzverschiebungen beim Triebwerksprogramm GEnx geführt. Niedriger als erwartet ist mit 485,9 Mio. € nach einem abrechnungsbedingt sehr starken Jahr 2009 (532,0 Mio. €) der Umsatz im militärischen Triebwerksgeschäft ausgefallen. Vor allem im Instandhaltungsbereich zeigen sich hier erste Auswirkungen der Einsparungen im Verteidigungshaushalt. Wichtigster Umsatzträger war der Eurofighter-Antrieb EJ200. In der zivilen Instandhaltung erzielte die MTU einen Umsatz von 1.074,0 Mio. €; im Jahr 2009 waren es 1.057,6 Mio. €. Hauptumsatzträger war das V2500, das die Airbus A320-Familie antreibt.

Auftragsbestand plus 9 %
Der Auftragsbestand der MTU lag zum 31. Dezember 2010 bei 4.506,7 Mio. € und damit um 9 % über dem Vorjahreswert von 4.150,9 Mio. €. Positiv wirken hier die hohen Auftragseingänge für den A380-Antrieb GP7000 und das V2500, das die A320-Familie antreibt. Der Auftragsbestand entspricht dem 1,7-fachen des Jahresumsatzes. Der Auftragswert der vertraglich gebundenen Triebwerke in der zivilen Instandhaltung erreichte 6.934,7 Mio. US-$ und damit 3 % mehr als im Vorjahr (2009: 6.759,6 Mio. US-$). Hier schlägt sich besonders der V2500-Instandhaltungsauftrag der brasilianischen TAM positiv nieder.

Hohe Ertragskraft
Die MTU hat 2010 erneut ihre hohe Ertragskraft unter Beweis gestellt. Erhöht wurde vor allem der operative Gewinn der zivilen Instandhaltung: Er legte um 23 % auf 80,3 Mio. € zu (2009: 65,3 Mio. €). Die EBIT-Marge stieg um 1,3 Prozentpunkte – von 6,2 % auf 7,5 %. Im OEM-Geschäft erreichte die EBIT-Marge 13,8 % (2009: 14,5 %) bei einem operativen Ergebnis von 229,6 Mio. € (2009:
229,2 Mio. €).

Dividendenerhöhung auf 1,10 € je Aktie
Der Hauptversammlung am 5. Mai 2011 wird eine Dividende von 1,10 € je Aktie vorgeschlagen. Für 2009 waren je Aktie 0,93 € ausgeschüttet worden. „Die Erhöhung des Dividendenvorschlags erfolgt vor dem Hintergrund einer auch für die nächsten Jahre erwarteten positiven Geschäftsentwicklung“, erläuterte Finanzvorstand Reiner Winkler. „Damit bedanken wir uns bei unseren Aktionären für ihr Vertrauen. Es ist unser Ansporn, die Marktstellung der MTU weiter auszubauen und den Unternehmenswert weiter zu steigern.“

14 % des OEM-Umsatzes für Forschung und Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben der MTU sind um 4 % auf 238,7 Mio. € gestiegen (2009: 230,2 Mio. €). Bezogen auf das OEM-Geschäft, in dem sie vorwiegend anfallen, entspricht das rund
14 % des Umsatzes. Um 20 % erhöht hat die MTU die eigenfinanzierten F&E-Ausgaben: Sie betrugen 148,1 Mio. € nach 123,0 Mio. € im Jahr 2009. Der Getriebefan PW1000G und das GE38 bildeten die Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Zum Einsatz kommen soll das PW1000G im Mitsubishi Regional Jet, der Bombardier CSeries, der Irkut MS-21 und im Airbus A320neo; das GE38 soll den schweren Transporthubschrauber Sikorsky CH-53K antreiben. Behle: „Mit unserem in 2011 weiterhin hohen F&E-Engagement – besonders für die Getriebefan-Produktfamilie – schaffen wir die Voraussetzungen für ein starkes organisches Wachstum in den nächsten Jahren. Bester Beweis dafür, dass wir auf die richtigen Zukunftsprogramme setzen, war 2010 die Entscheidung von Airbus, das PW1000G im A320neo einzusetzen.“

Investitionen
Die MTU hat im vergangenen Geschäftsjahr 109,4 Mio. € investiert. Die Differenz zum Vergleichswert (2009: 140,3 Mio. €) erklärt sich dadurch, dass 2009 das Werk in Polen aufgebaut wurde.

7.907 Mitarbeiter
Mit 7.907 Mitarbeitern waren Ende 2010 um 3 % mehr Personen bei der MTU beschäftigt als Ende 2009 (7.665 Mitarbeiter). Neue Mitarbeiter wurden vor allem bei der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg, der MTU Maintenance Canada und der MTU Aero Engines Polska eingestellt.

Die MTU Aero Engines ist Deutschlands führender Triebwerkshersteller und zählt zu den Großen der Branche. Mit ihren Tochterunternehmen ist sie in allen wichtigen Märkten und Regionen vertreten. Im zivilen Antriebsbau arbeitet die MTU mit den größten Triebwerksherstellern der Welt zusammen -
General Electric, Pratt & Whitney und Rolls-Royce. Im militärischen Bereich ist das Unternehmen der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr und wichtiger Partner bedeutender militärischer Triebwerksprogramme in Europa. Die MTU Maintenance ist weltweit der größte unabhängige Dienstleister für die Instandhaltung ziviler Triebwerke. Technologisch ist die MTU bei Hochdruckverdichtern, Niederdruckturbinen sowie Herstell- und Reparaturverfahren führend.