Musikalische Highlights am laufenden Band

Der stimmgewaltige "Blues Brother" Frank Marpoder verwandelte das Publikum zeitweise in einen Background-Chor Foto: K.Raap

Blasorchester der Stadt Langenhagen begeisterte im Maritim

Langenhagen (kr). Eine musikalische Demonstration mit vielen Highlights, bei der einfach alles stimmte: Die Auswahl der Titel ebenso wie die raffinierten Arrangements und die Interpretationen der Stücke. Die Rede ist vom großartigen Konzert des Blasorchesters der Stadt Langenhagen im Maritim Airport Hotel. Blasorchester-Chef Kai Phillips hatte seine Formation mit erheblichem Probenaufwand vorbereitet. Wie beispielweise das technisch sehr anspruchsvolle Medley aus der Filmmusik zum spannenden und düsteren Action-Thriller "The Rock - Fels der Entscheidung" gemeistert wurde, war allein schon das Eintrittsgeld wert. Der Film mit Sean Connery und Nicolas Cage in den Hauptrollen wurde auf der Gefängnis-Insel Alcatraz gedreht und erfüllte damit auch das nicht ganz wörtlich zu nehmende Motto des Konzerts "von Insel zu Insel". Dan Aykroyd und John Belushi waren die beiden grandiosen Sänger und Hauptdarsteller in der aberwitzigen Verfilmung der Geschichte der Rhythm-and-Blues Band "The Blues Brothers". Und einiges von dem Kult um diese Gruppe war auch bei diesem Konzert zu verspüren. "Schuld" daran war der stimmgewaltige Frank Marpoder in einem Soul-Medley. Er hatte keine Mühe, das Publikum in einem vielstimmigen Background-Chor zu verwandeln. Überzeugend wie immer Sängerin Corinna Fiedler, unter anderem mit dem Titel "Hallelujah". Bravourös meisterte Thorsten Seibert auf dem Xylofon den Dauerbrenner für dieses Instrument "Zirkus Renz". In die Welt des Glöckners von Notre-Dame mit der ungewöhnlichen Beziehung des hässlichen Quasimodo zur rassigen Zigeunerin Esmeralda wurde das Publikum mit Orgelklängen und geistlichem Gesang einer Gruppe von Mönchen versetzt. Viel Spaß bereiteten auch Musikstücke wie "Miss Marple", "Fluch der Karibik" und Melodien aus Disney-Prouktionen. Kai Philipps führte als musikalischer Gesamtleiter souverän durch das attraktive Pogramm und demonstrierte auch seine Qualitäten als Entertainer. Visuelle Effekte fehlten auch diesmal nicht. Riesenbeifall für eine rundum perfekte Veranstaltung.
Dass das Konzert nicht ganz ausverkauft war, hatte einen Grund, den kein Besucher verstand und auch bei den Musikern, die sich mit einem Riesenaufwand auf dieses Jahresereignis vorbereitet hatten, auf erhebliche Kritik stieß: Am selben Tag, fast auf die Stunde genau zur selben Zeit, veranstaltete die Musikschule im Theatersaal ein großes Frühjahrskonzert. Eine derartige Terminierung mutet schon peinlich an. Sie sollte sich in Zukunft auf keinen Fall wiederholen.