Neuartige Batterien als Zukunftsmusik

Mitgliederversammlung des Bürgerforums Pro Hannover Airport

Langenhagen (dl). Es ist guter Brauch des Bürgerforums Pro Hannover Airport, sozusagen als flankierende Maßnahme ihrer Mitgliederversammlungen auch gleichzeitig kompetente Fachleute zu einem Kurzreferat über aktuelle Aspekte und Themen der allgemeinen Luftfahrt einzuladen. Im Rahmen ihres jüngsten Treffens stellte  Jens Friedrich, Leiter des Instituts für Flugantriebe und Strömungsmaschinen an der TU Braunschweig die bisherigen Forschungsergebnisse zum Thema „elektrisches Fliegen und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen“vor. Es handelt sich hierbei um ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt, an dem neben der TU Braunschweig die Leibniz Universität Hannover, der Flughafen, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt beteiligt sind. Dabei geht es sowohl um die Herstellung synthetischer, kohlenstoffbasierter Kraftstoffe, denen Friedrich allerdings auf Grund hoher Kosten derzeit noch wenig Chancen einräumt, als auch um die Herstellung neuartiger Batterien für zukünftige Elektroantriebe von Flugzeugen. Derzeit sind derartige Antriebe noch Zukunftsmusik und stellen hinsichtlich Gewicht und Volumen keine Alternative dar zu den herkömmlichen, mit Kerosin betriebenen Treibwerken. Die Kehrseite der Medaille dabei aber sind nicht nur die Co2 Emissionen, von der Lärmbelastung mal abgesehen, sondern auch eine ganze andere Reihe von Treibhausgasen wie beispielsweise Stickoxide. Zwar macht der Co2 Ausstoß in der Luftfahrt nur einen kleinen Teil aus innerhalb des weltweiten Gesamt- Verkehrsvolumens. Im Unterschied zu allen anderen Verkehrsträgern spielt der sich allerdings nicht am Boden ab, sondern in 10km Höhe, wo Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxyd (Co2) aufgrund des geringen Luftdrucks eine größere Wirkung entfalten als in Bodennähe. Einig sind sich die Fachleute aber, dass es weder einfache Lösungen geben wird noch, dass die eine Technologie durch eine andere komplett abgelöst wird, sondern dass es unter dem Blickwinkel ökologisch-nachhaltiger wie wirtschaftlicher Aspekte einen Mix verschiedener Lösungen geben wird, der am Ende zum Ziel führt, wenn es darum geht, Transportleistung zu akzeptablen Kosten zu erbringen. Kosten, die auch den Geschäftsführer des Flughafens Hannover-Langenhagen, Raoul Hille umtreiben. Zwar sei das vergangene Jahr bezüglich der Passagierzahlen von insgesamt 6,3 Millionen Fluggästen für den Airport ein Rekordjahr gewesen, so Hille, dennoch seien die Zukunftsaussichten unsicher, was durchaus auch mit den derzeitigen, ideologiegetriebenen Diskussionen um ein vermeintlich- ökologisches Wohlverhalten zusammenhänge, in denen Begriffe wie Flugscham die Runde machen. Mal abgesehen davon, können die Beschäftigten der Fluggesellschaft Condor wieder mit mehr Optimismus in die Zukunft sehen. Die Airline mit 60 Flugzeugen und 4900 Mitarbeitern war als Tochter des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook mit von dessen Insolvenz betroffen.
Als ausgesprochen profitable Fluggesellschaft habe Condor die Mutter Thomas Cook mitfinanziert, sagte Hille. „Die Condor hat Gewinne eingeflogen“. Jetzt gab die EU-Kommission grünes Licht für einen Überbrückungskredit der KfW-Bank im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens an die Airline, das verhindern soll, dass Gelder an den britischen Mutterkonzern abfließen. Abgesichert ist der Kredit durch eine hundertprozentige Bürgschaft des Bundes. Nach eigenen Angaben war die Konzernmutter Thomas Cook größter Einzelkunde der Fluggesellschaft, machte aber nur einen Anteil von 20 Prozent im Gesamtvolumen aller Flüge von Condor aus. Hille ist daher optimistisch, dass sich Condor, auch dank einer geänderten Gesellschafterstruktur, im kommenden Jahr wieder erholen wird.