Neue Geistliche sucht den engen Kontakt

Hat nach einer halbjährigen Vakanz das Pfarramt in der Matthias-Claudius-Gemeinde übernommen: Ulrike Thiele. (Foto: O. Krebs)

Ulrike Thiele wird am 27. Oktober als Pastorin in der Matthias-Claudius-Kirche eingeführt

Langenhagen (ok). Wie heißt es etwas flapsig in der Sprache der Jugendlichen: Da geht doch was. Und genau diesen Eindruck hat auch Ulrike Thiele in ihren ersten Tagen in der Matthias-Claudius-Gemeinde gewonnen. „Ich habe bis jetzt eine tolle Kirchengemeinde mit viel Musik und einer lebendigen Kita kennen gelernt“, sagt die 56-Jährige, die am Sonnabend, 27. Oktober, in ihr Amt im Norden Langenhagens eingeführt wird. Dann trägt Ulrike Thiele, die ihr Vorbereitungsjahr in der Kirchengemeinde in Herrenhausen-Leinhausen absolviert hat, den Titel Pastorin. Ihre Berufung als Geistliche hat sie aber nicht klassisch über ein Theologiestudium erreicht, sondern über einen Quereinstieg als so genannte Pfarrverwalterin. Ulrike Thiele, die 14 Jahre lang als Diakonin in Seelze und vorher 18 Jahre lang in der Friedenskirche in Hannover tätig war, hat ursprüngliche Religionspädagogik an der evangelischen Fachhochschule Hannover studiert, vorher noch die Fachoberschule für Verwaltung und Rechtspflege besucht sowie eine Ausbildung als Industriekauffrau absolviert. Ein breites Spektrum also. Das Praktische liegt der Geistlichen, die erst einmal Eindrücke in der Gemeinde sammeln möchte und beispielsweise an der Feier zum fünfjährigen Geburtstag der Matthias-Claudius-Kita am Freitag, 28. September, ab 15 Uhr teilnehmen wird. Der Kindergarten hat mit Sven Maurer auch eine neue Leitung. Danach sei es dann sicher an der Zeit für Ulrike Thiele, auch eigene Akzente zu setzen. „Viel hängt von den handelnden Menschen und den Angeboten ab, die sie unterbreiten“, sagt Ulrike Thiele, die schon als Prädikantin auf der Kanzel gestanden und als Diakonin ein breites Aufgabenspektrum abgedeckt hat. Kita-Arbeit, Konfirmationen, Taufen und auch der Besuchsdienst für Senioren – alles gehörte dazu. Den Besuchsdienst, der zwischenzeitlich etwas eingeschlafen ist, würde sie auch in Matthias Claudius gern wieder aufleben lassen. „Wichtig ist es einfach nur offen zu sein und keine Scheu zu haben, um einen kleinen Gruß der Gemeinde zu überbringen“, sagt Ulrike Thiele, die mit den anderen Gemeinden Langenhagens und auch im übrigen Kirchenkreis eng zusammenarbeiten möchte. Wer Interesse am Besuchsdienst für Senioren hat, kann sich gern bei ihr unter der Telefonnummer (0170) 1 43 80 51 melden. Aber nicht nur die Älteren, auch die Jüngsten spielen bei Ulrike Thiele eine große Rolle. Sie kann sich durchaus Krabbel- und Familiengottesdienste in der Gemeinde vorstellen, denn seit Kurzem gibt es auch wieder eine aktive Krabbelgruppe. In der nächsten Zeit will die zukünftige Pastorin, die politisch in der Regionsversammlung und im SPD-Unterbezirksverband aktiv ist, erst einmal ihren Wirkungskreis kennen lernen, sich bei Feuerwehr und Ortsbürgermeister vorstellen. Und das natürlich gleich zweimal, denn die Matthias-Claudius-Gemeinde erstreckt sich ja sowohl über Kaltenweide als auch über Krähenwinkel. Es gibt also in den ersten Wochen eine Menge zu tun, Langeweile wird bei Ulrike Thiele nicht aufkommen. Den neuen Konfirmanden hat sich gleich erst einmal die Bedeutung des Abendmahls vermittelt. Noch bis Anfang November wird sie noch in Seelze wohnen, dann zieht sie mit ihrem Ehemann ins frisch renovierte Pfarrhaus. Und wer sie vorher persönlich kennen lernen möchte: Ihren ersten Gottesdienst hält Ulrike Thiele am Sonntag,16. September, ab 10 Uhr in der Matthias-Claudius-Kirche.