Neue Kreationen aus der Do-it-Werkstatt

Nur sie kann damit umgehen. Chantal zeigt den pedalgetriebenen Rasenmäher, links Projektleiter Wolfgang Reichel. (Foto: D. Lange)

Schüler der Brinker und der Pestalozzi-Schule präsentieren Technikprojekt

Langenhagen (dl). Einfache Konstruktionen, gepaart mit der hohen Kunst der Improvisation und einem kräftigen Schuss Kreativität lassen in der Werkstatt auf dem ehemaligen Eilers-Gelände am Entenfangweg die erstaunlichsten Fahrzeuge entstehen. Ein mobiler Party-Grill namens BRadwurst-Rad etwa, eine rollende Getränke-Bar oder ein unkoventioneller wie unfahrbarer Rasenmäher sind kreativ gestaltete Varianten zum Thema Fahrrad. Nicht zu vergessen die „Watt-Kutsche“, ein flacher Fitzer mit E-Antrieb und sehr beliebt bei den Jugendlichen des Do it-Technikprojekts. Was die Auswahl und Verwendung der benötigten Teile angeht, sind gewisse Kompromisse allerdings nicht ganz zu vermeiden. „Wir verwenden viele Dinge, die man sonst wegschmeißen würde“, sagt Projektleiter Wolfgang Reichel. Erlaubt ist, was gefällt, denn schließlich handelt es um eine technische Lehrwerkstatt mit dem Ziel, junge Haupt- und Förderschüler der zehnten Klassen aus der Pestalozzi- und der Brinker-Schule an das Berufsleben heranzuführen und sie auf ein Praktikum oder den Einstieg in eine handwerkliche Berufsausbildung vorzubereiten. Die dazu notwendigen Fähigkeiten wie die Grundlagen der Metallverarbeitung und den Umgang mit den Werkzeugen erfahren sie im Verlaufe eines Schuljahres, an dessen Ende sie Bohren, Schrauben, Schweißen und Schmieden können. Dabei steht das Thema „Ordnung in der Werkstatt“ als Lernziel ganz oben auf der Prioritätenliste. Es gibt zudem feste Regeln für den allgemeinen Umgang, für alle gut sichtbar auf Plakaten an der Wand, die im Sinne einer gemeinschaftlichen Arbeit auch eingefordert werden. „Das ist etwas, was manche Jugendlichen erst lernen müssen“, sagt der Elektrikexperte des Teams, Martin Duensing. „Und wenn es sein muss, zeigen wir dann auch schon mal die gelbe Karte. Vor allem im beruflichen Alltag kommt es sehr auf Verlässlichkeit und effektives Arbeiten an“. Die Do it-Projekte sind als gemeinsames Vorhaben von Förderschule und Hauptschule vor sechs Jahren in der Bürgerstiftung „Wir helfen“ entstanden und gliedern sich in in drei unterschiedliche Bereiche. Altenpflege und Hauswirtschaft im Seniorenheim Bachstraße, soziales Engagement in Form von Mitarbeit bei der Langenhagener Tafel sowie das Technik-Projekt am Eilersweg. Darüber hinaus lernen die Jugendlichen, was eigentlich noch wichtiger scheint: Die Bedeutung von Teamarbeit, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme und Pünktlichkeit. Lutz Niederlein, Leiter der Brinker Schule berichtet von ersten Kontakten zu Wolfgang Reichel und den zunächst etwas holprigen, mit viel Skepsis und einigen Rückschlägen verbundenen Anfängen. „Wir arbeiteten zusammen und machten jeden Tag neue Erfahrungen dabei“.