Neue Straße unter alter Brücke?

Eisenbahnbrücke am Pferdemarkt gibt Rätsel auf

Langenhagen (gg). Eine der wichtigen Ost-West-Achsen in Langenhagen soll straßenbaulich verbessert werden. Die Stadtverwaltung hat den Ausbau der Straße „Am Pferdemarkt zwischen Walsroder Straße und Hanseatenstraße“ vom Ingenieurbüro BPR aus Hannover planen lassen. Eine entsprechende Präsentation gab es in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses. Voll funktionsfähig ist die Straße für den Kraftverkehr, erst vor wenigen Jahren wurde der Fahrbahnbelag erneuert. Geh- und Radwege sind vorhanden, aber verbesserungsfähig. „Nach dem für Langenhagen geltenden Verkehrsentwicklungsplan sind Geh- und Radwege weiterzuentwickeln“, erklärt Anette Mecke, Fachdienstleiterin Verkehr und Straße, zum früheren Ratsbeschluss. Rund 1, 2 Millionen Euro soll die Baumaßnahme (Start im Jahr 2019) im Streckenabschnitt kosten, besonders kostenträchtig schlägt dabei die Entsorgung des Materials zu Buche, das unter dem Asphalt eingebaut ist. Fördermittel von Bund und Land stehen in Aussicht.
Dreh- und Angelpunkt der Diskussionen in diesem Streckenabschnitt ist seit Jahrzehnten die für den Schwerlastverkehr zu niedrige Durchfahrtshöhe der Eisenbahnbrücke. „Da einzig die Deutsche Bahn AG für die Brücke zuständig ist und hoheitlich im entsprechenden Bundesamt die statische Überprüfung vorgenommen wird, hat die Stadtverwaltung keine Handhabe, Forderungen zu stellen“, erklärt die Fachdienstleiterin. Auffällig seien Risse im Beton, doch inwieweit diese von Bedeutung sind, bleibe fraglich. Keine Auskunftspflicht habe die Deutsche Bahn, wenn eine Kommune dazu nachfragt. Anette Mecke hat dennoch gefragt und die lapidare Auskunft erhalten, dass die Deutsche Bahn in Bezug auf diese Brücke keine Baumaßnahmen in Planung habe.
Es ist Anette Mecke gelungen, die historischen Baupläne der Brücke aufzuspüren. Die stammen aus dem Jahr 1914 und geben preis, dass sich rund 50 Zentimeter unter dem Gehweg die statischen Widerlager befinden, die für die Standsicherheit der Brücke sorgen. Dem entsprechend ist eine Vertiefung der Fahrbahn nicht möglich. Auch der Regenwasserkanal liegt dafür zu hoch.
Mit den Stimmen von SPD und CDU wurde der Beschluss der Baumaßnahme vertagt, weil es fatal sei, wenn die Deutsche Bahn die Brücke doch saniert und die dann just neue Straße wieder aufreißt.