Neues Domizil fürs Stadtarchiv

Die Fassade des Siechenhauses ist bereits fertig; jetzt geht’s ins Innere.Foto: O. Krebs

Stadtplanungsausschuss nickt Umzug ins Siechenhaus ab

Langenhagen (ok). Das Stadtarchiv zieht ins so genannte Siechenhaus im Eichenpark um. Diese Entscheidung hat der Stadtplanungs- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend gefällt. Mit neun Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme bei einer Enthaltung hat sich das Gremium für diese Nutzung entschieden. Bereits saniert worden ist die Fassade für rund 280.000 Euro – Finanzmittel, die die Bundesregierung aus dem Konjunkturpaket II zur Verfügung gestellt hat. Nun soll es im Inneren weitergehen und dafür braucht die Stadtverwaltung die endgültige Entscheidung des Rates, die in der Dezembersitzung fallen soll. Die Kosten liegen bei rund 700.000 Euro, innen muss alles erneuert werden – von der Heizung bis zur Dämmung. Zu den sieben Mitarbeiterplätzen im Archiv kommen sechs bis acht Besucherarbeitsplätze, zudem soll es eine Präsenzbibliothek geben. Vier weitere Arbeitsplätze könnten zum Beispiel auch von der Stadtverwaltung als Arbeitsplätze genutzt werden.
Für Jens Mommsen (BBL) ist die Ausgabe bei einem defizitären Haushalt nicht zu akzeptieren, das Stadtarchiv so, wie es sich jetzt darstelle, keine Pflichtaufgabe. „Der Quadratmeterpreis liegt so bei inakzeptablen 35 Euro; es gibt Alternativen für acht Euro“, sagt Mommsen, der die Summe lieber in Schulen und Kindergärten investiert sehen will. Der Vorschlag von Mike Scheer (Gruppe Scheer/Vorwerk-Gerth), die „unwürdigen Baracken“ der VHS-Verwaltung gleich mit abzureißen, wurde von Stadtbaurat Carsten Hettwer verworfen. Zudem wird noch ein Platz für die zahlreichen Akten des Stadtarchivs gesucht. Denn: Das denkmalgeschützte Rohdehaus, derzeitiges Domizil des Stadtarchivs, ist stark sanierungsbedürftig. Ein Gutachten habe zwar deutlich gemacht, dass die Schäden nicht so schlimm wie zuerst befürchtet seien; die Sanierung aber dennoch keinen Aufschub dulde. Das gehe aber eben nur, wenn das Gebäude komplett leer sei, so Hettwer.